Was viele Frauen nicht verstehen...

Warum Männer verwirrt sind, wenn Frauen emotional werden

Foto: Kelly B.

Ich bedanke mich für die vielen Zuschriften und Kommentare zum vorigen Artikel. Heute möchte ich auf einen der Kommentare eingehen, da ich es für wichtig halte, das Thema in diesem Punkt zu vertiefen. Zunächst noch einmal ein Ausschnitt aus dem Kommentar:

„Warum sollten Männer in Babykarenz gehen und Verantwortung übernehmen, wenn die letztendliche Entscheidungsbefugnis bei der Mutter liegt. Warum heißt es Frauen in die Wirtschaft und in die Bundeswehr, wenn sie doch einen Beschützer und Zuhörer wollen und und und…
Die Männer werden immer verwirrter, wenn die Signale der Frauen widersprüchlich sind.”

Der wichtigste Satz in diesem Kommentar ist sicherlich der letzte. Die beiden vorausgehenden sind eine Illustration dieser Verwirrung. Ich will zunächst versuchen, die beiden Punkte aufzulösen und danach auf den Umgang mit „weiblicher Widersprüchlichkeit” eingehen.

Politik oder Mensch? Grundsätzlich mischen sich hier zwei Ebenen: Wenn ich über Männer und Frauen schreibe, adressiere ich vor allem individuelle Beziehungsfähigkeiten, die man entwickeln kann, wenn man dies möchte. Männer in Elternzeit und Frauen in der Bundeswehr sind dagegen politische Ideen, deren Sinnhaftigkeit diskussionswürdig ist.

Wir haben seit den siebziger Jahren mit der berechtigten Forderung der Frauen zu tun, gesellschaftlich denselben Einfluss haben zu wollen, wie ihn die Männer besitzen. Das ist eine einfache demokratische Forderung. Männer und Frauen machen jeweils etwa die Hälfte der Gesellschaft aus, warum sollten sie daher nicht gleiche Entscheidungsbefugnis über gesellschaftlich relevante Weichenstellungen haben?

Das Problem jedoch ist, dass wir uns (immer noch) in einer über Jahrtausende patriarchal geprägten Gesellschaft befinden, hierarchisch strukturiert und männlich dominiert. Um Frauen wirklich zu ihrem Recht zu verhelfen, müssten wir nicht nur mehr Frauen in die Führungsetagen bringen, sondern die Führungsetagen so umstrukturieren, dass sie zu 50 % weiblich funktionieren würden.

50% weibliche Führung – wie würde das aussehen? Darüber kann ich nur spekulieren und wünsche mir eher von Ihnen, dass Sie im Kommentarbereich unten Ihre Gedanken mitteilen, welche Qualitäten weibliche Führung mit sich bringen würde. Interessanterweise haben die meisten Großkonzerne bereits erkannt, dass Teams wesentlich besser funktionieren, wenn sie nicht ausschließlich aus Männern bestehen. Dennoch wehren sie sich mit Händen und Füßen dagegen, dass Quotenregelungen in der obersten Etage ankommen.

Die absurde Forderung, dass Frauen in die Bundeswehr müssten, ist ein Relikt aus der Hard-Core-Frauenemanzipation. Als es die Wehrpflicht noch gab, hätte man aus einer Wehrpflicht für Frauen eine berechtigte Forderung nach vollständiger Teilhabe an politischen Entscheidungen ableiten können. Das ist eine vollkommen verbogene Argumentation. Ich hätte es lieber gesehen, wenn die abgeschaffte Wehrpflicht durch eine Sozialdienstpflicht abgelöst worden wäre, die jungen Männern zeigt, dass der Dienst an der Gemeinschaft eine persönliche Reifung nach sich zieht.

Diese Erkenntnis streben die wenigsten jungen Männer von sich aus an, man muss sie dazu verpflichten. Das ist ein entscheidender Unterschied zwischen Männern und Frauen: Frauen erleben während der Geburt und in der ersten Zeit danach eine Überwältigung ihrer Ich-Struktur durch die Anforderungen des Neugeborenen. Frauen werden also durch die Natur zur Verbundenheit gezwungen, während Männer dies durch die Gesellschaft lernen müssen. Eine Gesellschaft die es verpasst, ihren jungen Männern diesen Reifegrad abzuverlangen, tendiert dazu Frauen und Kindern gegenüber verantwortungslos zu sein.

Forderungen nach Quotenregelungen in Führungsetagen und Parteien sind ein Versuch, weibliche Umgangsformen in einer männlichen Struktur unterzubringen. Andersherum wird ein Schuh daraus: Wir müssen unsere Entscheidungsgremien und damit sämtliche Kommunikationsstrukturen so umbauen, dass sie mehr weibliche Elemente enthalten. Dieser Umbau muss so lange stattfinden, bis wir eine gesellschaftliche Verfassung erreichen, in der sich Männer und Frauen gleichermaßen anerkannt und gesehen fühlen. Und das wäre nichts anderes als die im vorigen Artikel erwähnte Verbundenheit.

Nun will ich jedoch auf die eigentliche Frage eingehen, die in dem Kommentar gestellt wurde:

Warum werden Männer verwirrt, wenn ihre Frauen widersprüchlich sind?

In dem Kommentar war dies nicht als Frage formuliert, sondern als Aussage. Ich kann diese Aussage bestätigen. Aus vielen Paarberatungen ergibt sich genau dieses Bild: die Frau versucht dem Mann mit allen möglichen Mitteln klarzumachen, dass sie sich nicht wahrgenommen fühlt und dass ihr echte Begegnung und echte Verbundenheit fehlt.

Er versteht jedoch diese verschiedenen Hinweise nicht, sondern erkennt lediglich, dass ihm jeden Tag etwas anderes erzählt wird.
Ihr Gedanke ist: „Gestern hat er nicht verstanden, wie ich es gemeint habe, also werde ich es ihm heute versuchen auf andere Weise klarzumachen.“ Sein Gedanke ist: „Gestern hat sie etwas völlig anderes gesagt. Was soll ich denn davon halten?“

Anstatt dass er der Sache auf den Grund geht und sie fragt, was sie meint, beginnt er zu argumentieren, dass sie nicht logisch denken würde
. Was für ein Unfug! Als ob es darum gehe, dass Beziehungen immer logisch sein müssten. „Heute hat es geregnet, obwohl es Januar ist. Das ist nicht logisch. Es ist Winter und es müsste schneien.“ Ich kann mich daran festhalten, dass das nicht logisch ist, aber die Natur schert sich nicht darum.

Der Versuch seiner Frau klarzumachen, dass sie nicht logisch denken würde, ist der Versuch die Unwägbarkeiten des Lebens abzuwehren. Es ist gleichzeitig der Versuch, seine eigene innere Widersprüchlichkeit nicht wahrzunehmen. Wir sind so verhaftet in unserer Art und Weise zu denken, zu leben und zu arbeiten, dass es uns als Bedrohung vorkommt, wenn wir Widersprüchlichkeit oder Paradoxien begegnen.

Indem Frauen immer wieder den Schwerpunkt Beziehung (Verbundenheit) in den Vordergrund stellen, stellen sie die männlich dominierte Lebensweise infrage, die sich in erster Linie an Logik und Effizienz orientiert. Damit werden auch persönliche Entscheidungen in Bezug auf Karriere, Arbeitszeit und Lebensplanung infrage gestellt.

„Warum habe ich keine Klarheit aus mir selbst heraus?“ Das ist die Frage, die daraus folgt, wenn ein Mann seiner Frau vorwirft, dass sie widersprüchlich sei. In dem Moment, in dem es emotional wird, sind viele Männer aus der Bahn geworfen. Sie halten es nicht aus, wenn ihre Partnerin traurig, wütend oder verzweifelt ist. Warum halten sie es nicht aus?

Gefühlsausbrüche der Partnerin wecken seine eigenen unerledigten Gefühle. Wenn er sich jedoch mit diesen Gefühlen auseinandersetzen müsste, wäre seine Funktionsfähigkeit in dem Leben gefährdet, das er sich eingerichtet hat. (Zumindest ist das die Fantasie dazu.)

Um zu lernen, mit einer Frau besser umzugehen, muss ein Mann lernen, mit sich selbst richtig umzugehen. Das bedeutet sich selbst kennenzulernen, seine tieferen Gefühle, Sehnsüchte und Motivationen zu fühlen und die Verantwortung dafür selbst übernehmen. Dies ist ein beständig fortlaufender Prozess. Seine Frau ist nicht dafür zuständig.

Ein Mann, der dazu nicht bereit ist, trägt unbewusst dazu bei, seine Frau in dieselbe Situation zu bugsieren, in der seine eigene Mutter gewesen ist. Anstatt dass er einen emotionalen und geistigen Schutzraum für seine Frau schafft, in der sie sich voll der Versorgung der Kinder widmen könnte, zwingt er sie mit seiner eigenen Bedürftigkeit dazu, ihre Kinder von Anfang an zu verlassen. Da beginnt die Unverbundenheit.

Coach und Autor Henning Matthaei

Henning Matthaei ist Gründer des Partnerwerks, und seit 20 Jahren als Coach für mehr Gelassenheit in zwischenmenschlichen Beziehungen tätig. Sein kostenloser Selbstcoaching-Kurs „Zeit zu zweit“ zeigt Paaren wie sie mehr Qualitätszeit miteinander verbringen können.
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19 Gedanken zu „Warum Männer verwirrt sind, wenn Frauen emotional werden

  1. vielen dank für diesen artikel! es geht vor allem um wertschätzung des jeweilig anderen – das ist mir auch schon oft sehr klar geworden. das dilemma für uns frauen ist ja oft nicht, dass wir keine generaldirektorinnen oder soldatinnen geworden sind, sondern dass unsere fähigkeiten und tätigkeiten oftmals abgewertet werden: obwohl sie wichtig sind, werden sie nicht so hoch bewertet. aber wo man den hebel da ansetzen kann, das ist mir auch noch immer nicht ganz klar. vermutlich wird das einfach noch dauern.

  2. Hochinteressante Aspekte und Aussagen, sowie Erklärungsmodelle für mich, die mich zum aktiven Weiterdenken animieren. Ein kleines Schmunzeln löste der der Satz……”danach auf den Umgang mit weiblicher Widersprüchlichkeit eingehen.”……… Besser gefallen hätte mir “…den Umgang mit der empfundenen weiblichen Widersprüchlichkeit…”, denn in der Ursprungsversion enthält er für mich den Fakt, dass weibliche Widersprüchlichkeit “gesetzt” ist :-)
    Natürlich gibt es sie – aber sie gibt es auch bei Männern und mir persönlich ist es ganz egal, wie hier die Verteilungsquote ist, denn wenn ich auf sie treffe, auf diese “Widersprüchlichkeit”, so stellt sie sich mir sowohl bei Männern als auch bei Frauen als Herausforderung dar, die ich annehmen kann, um sie zu lösen oder zu klären um als Ziel wieder die Verbundenheit herstellen zu können.

  3. Danke für den sehr sachlich und objektiv wirkenden Artikel zum mehrfach durchgelutschten Themenbereich.
    Mich hat die Aussage soeben massiv emotional betroffen gemacht, so dass ich im Moment keine möglichen Auswege sehe. Ich bin 57 Jahre alt, berate erfolgreich Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und finde auch immer einen gangbaren Weg der Entwicklung für Männer/Frauen/Paare, aber für mich selbst sehe ich gerade nur schwarze Löcher. Dabei habe ich nur gelesen, dass es ist, wie es ist! Da brauch ich jetzt ein paar Stunden!
    Danke trotzdem für den wirklich guten Text.

  4. Hallo Henning,
    du berühst mich mit diesem Artikel. Mir kommen die Tränen, nichts anderes habe ich in meiner Beziehung gewollt. Leider war mein Partner nicht bereit sich seiner Widersprüchlichkeit zu stellen. Das zu akzeptieren fällt mir unendlich schwer. Sogar noch nach 5 Monate bin ich berührt. Hier eine kleine Filmempfehlung: Die Brücken am Fluss von Meryl Streep und Clint Eastwood. Dort wird diese Thema klar und faszinierend verfilmt.

  5. Vielen Dank für den Artikel. Das kann ich alles gut nehmen, es stimmt. Ich erkenne mich wieder. Hin und wieder stolpere ich über den Satz “Männer und Frauen passen nicht zusammen” Das ist natürlich Blödsinn. Ich habe ihn selber vor Jahren ausgesprochen. In Situationen, wo ich mich nicht eingelassen habe auf Weiterentwicklung, Auseinandersetzung und Schauen auf meine Bedürfnisse und auf das Gemeinsame, das trägt. In Situationen, wo ich “ausser mir” war.

  6. Hallo,
    ich bin froh, dass ich auf diese Seite gestoßen bin. Mein Mann ist seit ca. 3 Wochen merkwürdig. Wir waren uns immer genug, sind allerdings auch erst 2 Jahre zusammen. Auf einmal will er alleine (mit Freunden) weggehen. Ich war erst sehr traurig und konnte das auch nicht verbergen. Dann hatte er ein schlechtes Gewissen. Ich weiß, dass ein Mann auch alleine ausgehen muss, um mal mit Männern zu reden. Ich kam vor 2 Jahren in diese Stadt…alles war neu…ich kannte nur ihn, und das war ihm auch recht, weil er sehr eifersüchtig ist. Nun geht er mehrmals die Woche aus und auch am Wochenende, weil er sagt, dass er nicht weiß was mit ihm los ist. Er will mich nicht belügen und sagte, dass er glaubt, das Glück zwischen uns sei einfach weg. Er muss nachdenken. Ich hab ihn gehen lassen und habe mich einsam gefühlt und geweint, weil ich hier keine Kontakte habe. Wir haben auch nur ein Auto, so dass ich sowieso nicht weggekommen wäre. Ich bin froh, dass ich das einfach mal schreiben kann. Ich hoffe, dass er wieder zu sich findet. Ich will ihm alle Zeit geben, aber es geht an meine Grenzen. Mein Kopf ist voll mit Watte und ich kann nicht denken. Ich fühle mich wie paralysiert. Für ihn, meine große Liebe, habe ich mein altes Leben (Familie, Freunde, Job) aufgegeben und bin zu ihm gezogen, weil ich überzeugt war, dass es das richtige ist. Ich habe den Artikel gelesen, und er sagte auch zu mir, dass er Angst vor meinen Reaktionen hat und sich sehr gut überlegen muss, was er mir sagen kann. Er sagte, dass ich nichts falsch gemacht habe. Ich liebe ihn, ich bin treu und ich wünsche mir unsere Zweisamkeit zurück. Ich bin froh, hier gelesen zu haben, dass Männer sich zurückziehen können müssen. Ich werde mir ein Hobby zulegen und mich in einem Sportverein anmelden, damit ich ihm zeige, dass ich seine Inseln akzeptiere und nicht weinend zu Hause auf ihn warte. Ich hoffe, dass ich den richtigen Weg gehe und wir wieder zueinander finden. Wenn ich ihn bitte mich in den Arm zu nehmen, dann macht er das auch. Wir duschen zusammen und das machen wir gerne. Er wirkt so hilflos, weil er selbst nicht weiß warum jetzt alles anders ist. Kann ich ihm dabei noch irgendwie helfen?
    Liebe Grüße von Angie….ich bin voller Hoffnung!!!

    1. Hallo Angie, ich denke es ist das Richtige, dass Sie Ihr Leben jenseits von Beziehung stärken. Seltsamerweise ist das eine häufigere Beziehungsdynamik: Der Mann umwirbt die Frau, fördert die Ausschließlichkeit der Beziehung und – sobald sie erreicht ist – erlischt sein Interesse.

      Jenseits von taktischen Erwägungen (um ihn zurückzugewinnen dies und jenes tun…) ist es sinnvoll die eigene Identität zu stärken. Ich nenne es gerne emotionale Unabhängigkeit. Das bedeutet, dass Sie sich auf ihn beziehen können, aber es nicht müssen, um im Gleichgewicht zu sein!

  7. Vielen Dank. Ich habe mich einer Kollegin anvertraut…sie ist die Einzige, mit der ich private Dinge bereden kann. Sie riet mir, dass ich ihm Zeit lassen soll. Da wir nicht streiten und die Stimmung nicht gereizt ist, wird er sich wiederfinden. Ich hab ihn gebeten, nicht das ganze Wochenende ohne mich weg zu gehen, und er tut es. Jetzt bin ich beim Arzt gewesen, weil ich auf einem Ohr nicht richtig hören konnte (wirklich nur dieses Ohr…smile). Ich hab ihm gesagt, dass das nichts mit unserer Situation zu tun hat. Ich bin mit der Bahn zum Arzt gefahren, obwohl er mich fahren wollte. Er hat sich wirklich Sorgen gemacht, aber das musste er nicht. Es ist nur eine Erkältung, die nicht richtig rauskann. Ich habe Medikamente und das wird schon wieder. Er ist Heute Abend wieder weggegangen, und ich war auch nicht traurig. Ich geh ins Internet, ruh mich aus, tu was für mich. Donnerstag geh ich mit Bekannten vom Sport ins Kino. Am Freitag will er wieder alleine ausgehen. Da kann er mich nicht von der Arbeit abholen, weil er Termine hat. Ich sagte, dass ich in die Stadt fahre und mal in dieses Bistro gehe, in welches ich schon immer mal wollte. Er war erstaunt, hat aber nichts gesagt. Er sagte mehrmals, dass er mich aber Morgens zur Arbeit fahren könne. Ich sagte, dass das schön wäre, weil wir dann noch ein paar Minuten zusammen haben, weil ich ihn ja dann erst am Samstag wiedersehe. Da hat er erst begriffen, wie lange er ohne mich weg ist. Ich sah es ihm an, aber gesagt habe ich nichts. Ich habe meinem Arzt heute von ihm erzählt, und der meinte auch, dass ich ihm Zeit lassen solle, ihm aber eine Frist von z.B. 6 Wochen setzen soll. Dann muss er sich äußern. Ich weiß, dass ich stark sein kann. Heute kann ich sagen, dass ich halt ohne ihn leben muss, wenn er mich nicht mehr will. Ich kann ihn nicht zwingen mich zu lieben. Ich frage mich nur, was das für Sätze waren, die er mir gesagt und geschrieben hat. ….aber ich lasse ihm die Zeit, tu was für mich und nach 6 Wochen will ich eine Antwort….die steht mir zu.
    Er will am Samstag mit mir nach Möbeln schauen, weil wir vorhatten in sein Haus zu ziehen…mal schauen, wie das wird oder ob er es absagt……
    Ich freu mich auf Kino ;-)
    Danke nochmal, ich habe viel hier gelesen und gelernt. Ich verstehe ihn schon besser, nun muss er noch mich verstehen.
    Gruß von Angie :-)

  8. Hallo Angie,
    habe alles gelesen, was du geschrieben hast und es berührt mich sehr. Du bist in Sorge um Eure Beziehung und sehr auf ihn bezogen. Das kann ich gut verstehen, denn es tut weh, wenn man das Gefühl hat, nicht mehr so wichtig zu sein wie am Anfang.
    Ich finde es sehr mutig und reflektiert, wie du dein Leben in die Hand nehmen willst und für dich sorgst. Dass du etwas für dich tust, was dir gefällt. Was soll denn nach 6 Wochen sein, wozu gibst du ihm Zeit bis dahin? Soll er sich ändern oder mit dir über seine Gründe sprechen? Du scheinst daran zu zweifeln, dass du zu ihm ziehst? Kann das sein? Ich kenne das Gefühl auch, Unsicherheit, wenn er nicht mehr so viel mit mir zusammen sein möchte, mehr Zeit für sich braucht usw. Kennst du das Buch:”Männer ind anders, Frauen auch” ? Das ist echt toll. Oder: “Liebe dich selbst, dann ist es egal, wen du heiratest.”
    Alles Liebe
    Sabine
     

  9. er wird sich von mir trennen….er eiert nur noch rum. Er sagt, dass es nichts mit mir zu tun hat, aber er sagt NICHTS ! Das kann ich so nicht aushalten. Er merkt nicht, was er mir mit seinem Verhalten antut. Ich verbrenne innerlich und er senkt den Kopf und schaut bemitleidenswert aus. Was soll ich davon halten?
    Meine Entscheidung hier mit ihm glücklich alt zu werden, war wieder nur so, wie ich es sehen wollte.
     
    Ich bin heute echt verzweifelt
     
    lg
    Angie

  10. …ich war alleine in der Stadt und hab mir eine Jeans gekauft. Er sagte, dass er nicht sagen kann, dass er mich liebt. Er sagt auch nicht, dass er mich nicht liebt. Er sagt, dass er dauernd über sich nachdenkt. Seine Liebe zu mir fühlt er nicht mehr und ich wär es wert, dass mich ein Mann ganz und zu 100% liebt. Ich habe ihm gesagt, dass unser Spruch: wir 2 sind 1   immer noch zählt, und dass auch mal eine Hälfte kleiner sein kann, weil dann der andere die Hälfte auffüllt. Ich sagte ihm, dass ich ihn trage, und dass er sich mir ganz anvertrauen kann. Wenn es ihm mal nicht so gut geht, dann kann ich stark sein für beide. Er meint, dass er kein guter Mensch ist, und dass er irgendwann gefragt wird was er hier auf der Erde gemacht hat, und dass er dann die Verantwortung dafür übernehmen muss was er mir jetzt antut. Er will mich nicht unglücklich machen, aber er kann nicht sagen was mit ihm los ist. Er ist jetzt zu seinem Freund um zureden. Mein 3. Wochenende alleine. Ich sollte am Wochenende auftanken, damit ich in der Woche arbeiten kann, aber das ist unmöglich. Ich bin der einsamste Mensch hier. Ich liebe ihn so sehr, und ich will nicht ohne ihn leben. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Was soll ich denn nur tun? Ich kann doch nicht warten, dass er kommt und sagt, dass er mit mir nicht leben kann. In meinem Kopf sind nur Fragezeichen.
     
    lg
    Angie

  11. Herr Matthei,
    mein Mann will, dass ich ertmal in dem Appartement bleibe und er bei einem Freund eine Weile wohnt. Er hofft/glaubt/denkt, dass eine räumliche Trennung erstmal Ruhe in uns beide bringt. Ich hatte sowas noch nie. Ich habe Angst, dass er nicht mehr zu mir zurückkommt. Allerdings wohne ich im Haus seiner Mutter in einem abgeschlossenen Appartement. Sein Sohn wohnt 1 Etage tiefer. Hat das etwas zu bedeuten, dass ich hierbleiben soll? Ich wünsche es mir so sehr. Ich liebe diesen Mann immer noch so sehr, aber er sagt, dass er einen Menschen gesehen und mit ihm gesprochen hat, der ihn so durcheinander gebracht hat, dass er mein in einen Spiegel zu schauen, weil sie seelenverwandt sind. Bis vor kurzem sagte er das über mich.
    Hat meine Liebe eine Chance wenn ich ihn gehen lasse? Wird er zu mir zurückkehren? Mit dieser anderen Person hat er keinen Kontakt, und das glaube ich ihm auch. Wir haben beide sehr viel geweint. Er redet mit mir…manchmal heftig, manchmal ganz leise. Es tut ihm unendlich leid, und er sagt, dass er dafür, dass er mir das antut, in die Hölle kommt.
    Was passiert da gerade mit uns? Wir haben erst am 25.03. letzten Jahres geheiratet, und es ist für beide die zweite Ehe. Ich war so sicher, dass es das Richtige ist, und dass wir zusammen alt werden.
     
    lg
    Angie

  12. Lieber Herr Matthaei,
    Ihr Artikel hat mich tief berührt und ich durfte dadurch wieder ein Stück mehr Klarheit erlangen. Vielen Dank für den Anstoß!
    Ich bin traurig, wenn ich heute sehe, daß auch ich während meiner Ehe der Mutter meiner Kinder den von ihnen angesprochenen emotionalen und geistigen Schutzraum nicht in der Lage war zu geben. Bis dahin hatte ich einen solchen allerdings auch selbst nie erlebt und mir nichtmal vorstellen können. Ich hätte auch noch Jahre danach schlicht nicht verstanden, wovon sie schreiben.
    Heute, nach über einem Jahrzehnt voller Therapie, Selbsterforschung und Männerarbeit, kann ich ihnen zu 100% zustimmen: Ich als Mann muß (und will :-) erst lernen, mit mir selbst umzugehen. Mit meinen eigenen Emotionen.
    Inzwischen bin ich guter Hoffnung, daß mir das immer besser gelingen wird, handelt es sich doch letztlich um ganz basale menschliche Fähigkeiten, die in jedem von uns angelegt sind und unter entsprechenden Rahmenbedingungen “ganz von selbst” ausreifen können. Wenn ich auch die Rahmenbedingungen im Vergleich zu früheren Generationen (da funktionierte vieles vermutlich aufgrund unbewußt vorhandener Rahmenbedingungen noch automatisch) heute immer noch für viel schlechter halte, meine ich doch einen sehr deutlichen Aufwärtstrend und ein zunehmendes Bewußtsein für entsprechende Zusammenhänge zu erkennen. Aber vielleicht sehe ich ja nur mein eigenes Spiegelbild :-)
    Vielen Dank für Ihren unterstützenden Beitrag.
    Meine eigene Entwicklung trägt letztlich wieder dazu bei, andere Männer, die nachfolgenden Generationn, darin zu unterstützen, diese Fähigkeiten zu entwickeln.
    Liebe  Grüße,
       Uwe

    1. Authentische Männerarbeit ist eine wunderbare Möglichkeit, die Verantwortung und Kraft als Mann in Ehe und Familie zurückzugewinnen. Aus meiner Erfahrung werden dadurch Autonomie, Autorität und Mitgefühl gestärkt. Ich freue mich immer wieder, wenn ich Männern begegne (selbst wenn es nur online geschieht :-) ), die die Kraft initiatischer Erfahrungsräume für sich nutzen!

  13. Gerade gestern bekam ich von meinem Mann den Satz zu hören:”Sprich mit mir sachlich. Wenn du emotional wirst kann ich damit nicht umgehen!” Erst gestern fiel mir endlich eine passende Antwort ein: ” das ist nicht emotional sein, das ist meine Temperament!” Vielleicht kann ein anderes Mal ein “normale” Diskussion weiter geführt werden. Es ist beruhigend so einen Artikel zu lesen, um fest zu stellen, dass mein Mann keine Ausnahme ist und es auch Lösungen gibt!

  14. sehr treffend….
    meine Frau gab mir im Januar den ersten Teil zu lesen. Da wir uns zwei Elternzeiten je zur Hälfte geteilt hatten, habe ich lange gebraucht – zu lange – um zu verstehen, warum die Frau die letzte Entscheidungsvollmacht bei den Kinder ( 2+3 Jahre )wollte. Ich bin davon ausgegangen, dass wenn man sich alles teilt, auch die Entscheidung zusammen trifft. Nun ist es ganz so eingetroffen, wie Sie es prophezeit haben. Sie hat sich innerlich von mir abgewandt. Nur der Verstand ist noch bei mir. Sie will sich trennen ! Ich laufe der Entwicklung hinterher, weil ich mich lange für einen emanzipierten Mann gehalten habe. Nach nun 5 Wochen Dauerkrise fällt mir Gelassenheit von Tag zu Tag schwerer. Mein innerstes möchte wieder geliebt werden und Aufmerksamkeit bekommen.
    Dies geht leider vielen Männern verloren, wenn die Kinder kommen. Sie fallen in ein tiefes Loch. Die Männer haben vorher zum ersten Mal wahre Liebe von ihrer Partnerin erfahren und müssen diese nun mit den Kindern teilen. Fordern mehr ein und treiben die Partnerin genau zum Gegenteil.
    Herr Matthaei, Sie haben den richtigen Schlüssel gegeben – meine Hochachtung ! Bedauerlicherweise, kommt er für mich zwei Jahre zu spät :-( Ich werde alle weiteren Artikel von Ihnen mit Spannung erwarten und aufmerksam lesen – vielen DANK!

  15. Liebe Angie,
    mit Interesse habe ich Deine Nachrichten gelesen… Wie geht es Dir heute und was ist mit Euch beiden geworden… ?
    Gruß Nina

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