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Patchworkfamilien und Fremdgehen haben nichts miteinander zu tun
Internetprovider stellen Daten darüber zur Verfügung, welche Suchbegriffe Webbenutzer verwenden, um auf eine Internetseite gelangen. Die Auswertung dieser Statistik führt bisweilen zu überraschenden Einsichten. Neben den Standard-Suchbegriffen (Eheprobleme, Eheberatung, Paartherapie), die naturgemäß eine sehr hohe Rate erhalten, gibt es auch einige Suchwortkombinationen, die eher indirekt mit unserem Angebot zu tun haben. Über zwei dieser Begriffe möchte ich heute schreiben, damit die Suche nicht umsonst ist.
Kleine Hinweise für Patchworkfamilien
Die Patchworkfamilie ist in unserer Zeit fast schon das Standardmodell der Familie. Es wird ihr jedoch immer noch zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Es existieren wenig hilfreiche Anleitungen, auf was eine Patchworkfamilie zu achten hat, um sowohl Partnerschaft als auch den Kindern einen stabilen Container zu bieten.
In der Patchworkfamilie neigen die Partner häufig dazu, vom Anderen Elterndienste zu erwarten. Im Unterschied zur herkömmlichen Familie ist dieser Elterndienst eher ein Liebesdienst für den Partner als für die Kinder. Häufig wird vom neuen Partner erwartet, dieselbe Verpflichtung den Kindern gegenüber zu empfinden wie man selbst. Oder man erwartet die Aufmerksamkeit für die Kinder, die man bei dem Partner vermisste, von dem man sich getrennt hat. Dies ist nicht nur eine Überforderung des neuen Lebensgefährten, sondern auch eine Verwirrung von Zuständigkeiten, die sehr schnell zu Problemen führt.
In einer Patchworkfamilie kommen immer die Kinder zuerst. Beginnt einer der beiden Partner die Kinder des anderen zu kritisieren, ist dies häufig Grundlage für einen ausgewachsenen Streit. In einer Patchworkfamilie muss sich der neue Partner hinten anstellen. Das meint, dass er in der zeitlichen Reihenfolge den Kindern nachgeordnet ist, das genaue Gegenteil von herkömmlichen Familien. Das bedarf der hohen Kunst der Nichteinmischung in die Erziehung der Kinder des Partners. Bemühen Sie sich eine vertrauensvolle und tiefe Beziehung zu ihrer neuen Partnerin/ihrem neuen Partner herzustellen und solange zu warten, bis sie/er um Rat und Unterstützung bei der Kindererziehung bittet.
In einer Patchworkfamilie leben zwei Partner beisammen, die eine Lebensgeschichte hinter sich haben. Nur unter Anerkennung der Lebensgeschichte des anderen und der daraus resultierenden Empfindlichkeiten kann das Patchworkfamilien-Paar sein Glück trotz pubertierender Kinder erhalten.
„Meine Frau geht fremd”
Wenn man den Statistiken folgt, ist es vor allem für Männer ein Problem, wenn Ihre Frau fremd geht. Suchbegriffe wie „Frau geht fremd”, „fremdgehen Ehefrau” oder „meine Ehefrau geht fremd” stehen relativ weit oben in der Häufigkeit der Suchstatistik. Es kann allerdings auch sein, dass für Frauen das Fremdgehen des Mannes in einen umfangreicheren Kontext gestellt wird und dann eher Suchbegriffe wie „Ehekrise” oder „Eheprobleme” verwendet werden.
Dies gibt uns einen Hinweis auf die unterschiedliche Verarbeitung solcher Situationen. Männer können Sexualität in einer Weise betrachten, die sämtliche anderen Beziehungsaspekte ausblendet. Gleichzeitig scheint ihnen der emotionale Boden verloren zu gehen, wenn sich ihre Partnerin einem anderen Mann zuwendet. Zahlreiche Beispiele aus unserer Beratungsarbeit legen den Schluss nahe, dass Männer das Fremdgehen ihrer Frauen vollkommen fehl interpretieren.
In vielen Fällen ist dies der letzte Versuch der Frau, die Aufmerksamkeit ihres Partners zurückzugewinnen. Der Mann fällt aus allen Wolken, fühlt sich persönlich erniedrigt und begreift in in seinem Verletzt- und Beleidigtsein nicht, dass er möglicherweise schon Jahre einen Lebensstil pflegte, in dem sich seine Frau nicht als Frau und Liebespartnerin wahrgenommen fühlte.
Es gibt allerdings auch Fälle, in denen das Fremdgehen als Machtmittel verwendet wird. Dies geschieht eher in Beziehungen, in denen der Mann eine emotionale Abhängigkeit von der Frau entwickelt hat. Im Grunde ihres Herzens will die Frau nicht, dass er sich abhängig von ihr macht. Die unbewusste Reaktion darauf ist, ihm ihre Macht über seinen Gefühlshaushalt zu demonstrieren, indem sie mit einem anderen ins Bett steigt.
Was ist der Lösungsweg für den Mann, dessen Frau fremdgeht? Grundlegend für beide Fälle ist die emotionale Unabhängigkeit des Mannes. Emotionale Unabhängigkeit bedeutet, seinem eigenen Weg zu folgen und auf diesem Weg Raum für Partnerschaft zu schaffen. Emotionale Unabhängigkeit heißt, seinen Anker tiefer zu werfen und nicht von der Partnerin zu erwarten, dass sie der Fels in der Brandung ist.
Emotionale Unabhängigkeit ist die Grundlage auf der ein Mann sein eigenes Leben, seine Partnerschaft und seine Familie aufbauen kann. Er ist auf dem Holzweg, wenn er versucht, jemand anderes verantwortlich für seine Stimmungslage zu machen. Häufig sagen wir ungenaue Sätze wie „Du machst mich wütend” oder „Du machst mich traurig”. Bei genauerem Hinschauen haben diese Sätze keinen Bestand. Denn Wut oder Trauer produzieren wir selbst als Reaktion auf das, was uns begegnet. Wenn diese Reaktion automatisch geschieht, besitzen wir keine emotionale Unabhängigkeit.
Wer seine automatischen Reaktionen auf das Verhalten anderer kennt und beherrscht, besitzt emotionale Unabhängigkeit. Sie zu erreichen ist ein lohnendes Ziel und führt zur entspannten und liebevollen Beziehungen. Sie können darüber in unserem eBuch „Erfolgreich lieben“ nachlesen oder den Selbstcoaching-Kurs „Geheimnisse glücklich verheirateter Männer“ studieren.
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Ausgabe Nr. 9 /
2008 vom 1. Juli '08
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Hallo, lese immer öfter auf Ihrer Seite, da auch bei uns nicht alles so einfach ist. Patchworkfamilie,3 eigene Kinder von mir im Alter von 19/17/15 Jahren, ein gemeinsames Kind von 3Jahren und mein Mann ist mit 31 Jahren 12 Jahre jünger als ich. Das ich auf Ihrer Seite viel interessantes und Hilfreiches finde versteht sich von selbst.Vielen Dank …..
h.Papst
hallo,
ihren Beitrag in Bezug auf Patchworkfamilien habe ich sehr interessiert gelesen. Auch ich lebe in so einer Beziehung (meine Jungs 12 und 8 Jahr), die Kinder meines Freundes (16, 12 und 11 – zwei Mädchen, der große ein Junge). Die Jungs leben alle bei uns, die Mädchen bei ihrer Mutter. Es ist nicht einfach und war ein großes Stück Arbeit. Aber es hat sich gelohnt und lohnt sich immer noch. Denn über allem Chaos steht die Liebe und das Vertrauen zwischen meinem Freund und mir. Uns wurde irgendwann klar, dass es immer DEINE Kinder und MEINE Kinder sind. Dass es nicht möglich ist, dass wir für die Kinder des anderen das empfinden was wir für die eigenen Kinder empfinden. Und, uns wurde klar, dass unsere Liebe das wichtigste ist. Dass die Kinder sich wohl fühlen wenn die Erwachsenen zueinander stehen, Konflikte nicht vor ihnen austragen und es auch aushalten, dass der Eine oder Andere was sagt, macht etc. was der andere vielleicht anders machen würde. Und die Kinder testen uns! Immer wieder auf’s Neue! Das ist manchmal zum Haare raufen, aber so sind sie nun Mal … Aber, wir haben Glück, denn die Kinder untereinander verstehen sich sehr, sehr gut, mit meinem Ex-Partner klappt es wirklich freundschaftlich (wir haben sogar mit allen zusammen Weihnachten gefeiert. Leider schießt die Ex meines Freundes immer wieder quer, aber damit können wir leben. Leider leiden ihre Kinder sehr darunter. So sehr, dass der große Sohn jetzt vor einem halben Jahr zu uns gezogen ist. Und sich hier sehr wohl fühlt und für alle eine Bereicherung ist.
So, genug der Worte. Machen Sie weiter so!
Herzliche Grüße