eMagazin „Gut leben!”
Sechs Schritte zu funktionierender Kommunikation
Im Gespräch zwischen zwei Partnern kann einiges schief gehen. Ohne die Fähigkeit zur richtigen Kommunikation landen viele Paare in Wortlosigkeit, innerem Rückzug oder angestrengter Gleichgültigkeit.
Wir haben sechs Schritte zu funktionierender Kommunikation herausgearbeitet, die wir hier darstellen wollen. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass es am Dienstag, den 29. Juni 2010 ein kostenloses Telefonseminar zum gleichen Thema gibt.
1. Die Absicht sich in Beziehung zu setzen
Zu Beginn steht der Wunsch sich mit einem anderen Menschen in Beziehung zu setzen. Das geschieht beileibe nicht nur durch das gesprochene Wort, ohne dasselbe ist die Wahrscheinlichkeit für Missverständnisse aber mit Sicherheit noch weitaus größer.
Ausschließlichkeit ist die Grundlage erfolgreicher Kommunikation. Möglicherweise kennen Sie diese Situation: Sie telefonieren mit jemandem und lesen gleichzeitig eMails oder eine Zeitschrift. Sind Sie sicher, dass Sie alles mitbekommen, was der andere Ihnen sagt?
Damit die Kommunikation das bestmögliche Ergebnis erzielt, müssen alle äußeren und inneren Ablenkungsfaktoren minimiert werden. Während die äußeren Faktoren halbwegs kontrollierbar sind, geraten wir mit den inneren oft in Schwierigkeiten. Automatische Reaktionen allenthalben. Wie gelingt es, die permanenten Schleifen von Rechtfertigungen, Gegenangriffen und Ablenkungsmanövern zu umschiffen? Genauere Hinweise gibt unser kostenloses Telefonseminar.
2. Die Fähigkeit des Sendens
Nur wer eindeutige Signale senden kann, wird verstanden. Eindeutigkeit bezieht sich dabei nicht auf das, wovon Sie denken, dass der andere es doch verstehen müsse, weil Sie es ja verstehen. Ein Kleinkind versteht auch nichts von Bruchrechnung, egal wie überzeugt Sie davon sind, dass das doch eine klare Sache ist.
Zur Fähigkeit des Sendens gehört die Fähigkeit, einen Sachverhalt aus der Perspektive des Anderen wahrnehmen zu können. Empathie! Wir beginnen Kindern ab 3-4 Jahren beizubringen, dass sie dem anderen Kind das Spielzeug nicht auf den Kopf hauen sollen, indem wir ihnen vorschlagen sich vorzustellen, wie es wäre, dass sie selbst die Kopfnuss bekämen. Was für eine geniale Leistung des kindlichen Bewusstseins, wenn es diesen Sprung schafft.
Wenn es dem Sendenden gelingt, sich ein möglichst umfassendes Bild von seinem Gegenüber zu machen, wird er leichter die passenden Worte finden. Zu diesem Bild gehören nicht nur dauerhafte Faktoren wie Persönlichkeit, Geschlecht oder Ausbildung des Empfängers. Es gehören auch schneller wechselnde dazu wie Gefühle, Stimmungen, körperliche Verfassung etc.
3. Die Fähigkeit des Empfangens
Warum gibt es bei einem Fernsehgerät mehrere Empfangskanäle? Richtig, damit sie unterschiedliche Programme sauber voneinander trennen können. Sie wissen noch aus Zeiten von papiernen Fotoabzügen, dass Doppelbelichtungen zwar skurrile Effekte hervorbringen können, aber selten das Motiv klar erscheinen lassen.
Um ein neues Programm einstellen zu können, brauchen Sie einen leeren Kanal. Nicht anders bei der Kommunikation. Sie verstehen umso besser, je weniger eigenes Störprogramm Sie senden solange Ihnen Ihr Gegenüber etwas erzählt. Leider ist die Kunst des leeren Bildschirms nicht weit verbreitet.
In der Paarkommunikation ist es üblich, sich nicht ausreden zu lassen; sofort eigene Gedanken, Lösungsvorschläge oder Kritik zu formulieren; Abzublocken was man nicht hören oder fühlen will. Oft schieben beide Partner eine Welle von nicht empfangener Kommunikation voreinander her und wundern sich, dass sie nicht zusammen kommen können. Nicht zuletzt haben beide Angst, niemals zu Wort zu kommen, wenn sie erst einmal beginnen würden dem anderen zuende zuzuhören.
4. Die Kunst Konflikte zu lösen
Wer einen Konflikt dauerhaft lösen will, muss verstehen was dessen Ursache ist. Im Großen wie im Kleinen entwickelt sich ein Konflikt aus der Tatsache, dass Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Vorwürfe und Streitereien entstehen, wenn einer oder beide nicht punktgenau untersuchen, was es genau ist, was sie brauchen.
Selbst wenn ein Bedürfnis wahrgenommen wurde, gibt es noch viele Gründe es zu verstecken. Die Angst den anderen zu überfordern, die Befürchtung er/sie würde dann gehen, Scham für diese Art von Bedürfnis und vieles andere mehr.
Ein Konflikt lässt sich in dem Maße lösen, in dem beide Partner verantwortlich ihre innersten Bedürfnisse lokalisieren, überprüfen und darstellen. Es geht nicht(!) darum, dass der andere sie sofort erfüllt. Sie müssen erst einmal gehört (empfangen) werden. Wie man im Detail weiter damit umgeht, wird ebenfalls das Teleseminar behandeln.
5. Die Kunst Kritik zu verarbeiten
Ich habe an anderer Stelle schon einmal über die Möglichkeiten geschrieben, wie man mit Kiritk eine Beziehung zerstören kann. Nichtsdestotrotz gilt auch: Wer mit Kritik umgehen kann, braucht die Beziehung nicht zu verlassen. Er hat allerdings die innere Freiheit (emotionale Autonomie!) ggf. zu gehen, wenn er mehr Lieblosigkeit als Unterstützung erfährt.
Wie entsteht emotionale Autonomie? Der erste Schritt besteht darin zu erkennen, dass Kritik (und das was wir als solche verstehen) sofort einer internen Übersetzung unterzogen wird. Unser innerer Kritiker fährt in Sekundenschnelle die härtesten Geschütze auf um zu beweisen, dass wir Versager, nicht liebenswert und überflüssig sind.
Im zweiten Schritt gilt es diesen inneren Kritiker auf frischer Tat zu ertappenund ihm das Handwerk zu legen. Darüber erfahren Sie mehr in diesem Artikel:
6. Verantwortung für die Vervollständigung der Kommunikation übernehmen
Ohne Fleiß kein Preis – Sie stehen in der Verantwortung dafür, dass Ihre Kommunikation funktioniert. Sie können Ihrem Gegenüber ohne Ende Vorwürfe machen. Darüber dass er zu wenig oder sie zuviel redet. Darüber dass er seine Gefühle nicht zeigt oder sie keinen Raum für Gegendarstellungen lässt.
Es kann nicht oft genug betont werden, dass Vorwürfe nutzlos sind. Der einzige Fortschritt, der möglich ist, ist für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und dem Wunsch zu folgen, besser, klarer und effektiver zu kommunizieren. Wir beobachten das „Theater”, das manche Paare veranstalten, seit Jahren und sind zu dem Schluss gekommen, dass immer die Einzelinitiative unterstützt werden muss.
Wenn Sie feststellen, dass Ihr Partner Sie nicht vollständig verstanden hat, liegt es in Ihrer Verantwortung alles Menschenmögliche zu unternehmen, damit er sie versteht.
Wenn Sie feststellen, dass Sie Ihren Partner nicht vollständig verstanden haben, liegt es in Ihrer Verantwortung, alles Menschenmögliche zu unternehmen, damit Sie ihn verstehen.
Kommunikation ist die Fähigkeit sich mit dem anderen über den Ausdruck von Worten, Gefühlen und Gesten zu verbinden. Sie ist essentiell für Paarbeziehungen! Liegt Ihnen etwas an Ihrer Beziehung – dann benutzen Sie funktionierende Kommunikationstechniken.
Einen nächsten Schritt können Sie gehen, indem Sie an diesem kostenlosen Telefonseminar teilnehmen: Kostenloses Telefonseminar „Funktionierende Kommunikation” — 21. Juni 2010, 19 Uhr
Drucken und Versenden
Ausgabe Nr. /
2010 vom 23. Juni '10
Veröffentlichung von Auszügen gestattet -
vorbehaltlich der Angabe eines Links zu diesem Artikel.
eMagazin »Gut leben!«
Über Ehe, Partnerschaft, Kommunikation, Liebe, u.v.m.
Erscheint 14-tägig als elektronisches Magazin.
ISSN 1865-1879
© 2010 Das Partnerwerk
Hier abonnieren
Zufällig ausgewählte Artikel zum Thema
Kommunikation
- In drei Tagen zum Frauenversteher
Für Männer, die nie wieder nach dem Weg fragen wollen.... Männer haben ihre Freude daran, sich gegenseitig auf die Mütze zu hauen und voneinander abzugrenzen. Sie nennen sich dann gegenseitig Schattenparker, Warmduscher oder Frauenversteher. Hier steht, wie man diese guten Seiten des Lebens für sich zurückgewinnen kann. 701 Wörter, Lesezeit ca. 4,5 Minuten - Wir reden aneinander vorbei
"Wir reden aneinander vorbei" sagen viele Paare. Lesen Sie heute auf welche Weise aneinander vorbei reden geschieht und was man dagegen tun kann. 710 Wörter, Lesezeit ca. 6 Minuten - Checkliste für Ehekrisen
Ehekrisen kommen nicht aus heiterem Himmel. Sind Sie vorbereitet für den Worst Case? 515 Wörter, Lesezeit ca. 3,5 Minuten - Sich selbst und andere besser verstehen - 3 Punkte für privates Kontaktmanagement
Beide wollen mit dem anderen zusammen sein, aber sie haben sich gegenseitig bereits so viele schmerzhafte Dinge an den Kopf geworfen, dass es immer schwieriger wurde, unvoreingenommen ein Gespräch zu beginnen... 753 Wörter, Lesezeit ca. 5 Minuten - Wissen, dass man verstanden wird - Effektive Paarkommunikation Teil 4
Viele Menschen fühlen sich unverstanden von ihren Partnern. Lesen Sie hier, wie Sie dem abhelfen können. 514 Wörter, Lesezeit ca. 3 Min. - Verliebtsein: Hormone oder Seele?
Verheirater Mann verliebt sich Hals über Kopf. Warum eigentlich und was steckt dahinter? Wieso muss die Familie auseinanderbrechen, damit der Mann weiss, was er an ihr hat? 885 Wörter, Lesezeit ca. 6,5 min. - Ingrid Holler: Trainingsbuch Gewaltfreie Kommunikation
Neueste Artikel
-
Keine Antwort schuldig bleiben
Ohnmacht in Beziehungen muss nicht sein. So wird aus dem Kampf zwischen Opferzustand und Freiheitsdrang die Fähigkeit spontaner Verantwortu...
25. August 2010
erfolgreiche Ehe -
Drei-Stufen-Plan für mehr Selbstwertgefühl
Woraus besteht eigentlich Selbstwert? Ich musste eine Weile darüber nachdenken als mir ein Klient neulich dieser Frage stellte. Meine (vorl...
5. August 2010
Persönlichkeitsentwicklung -
Sechs Schritte zu funktionierender Kommunikation
Kommunikation ist die Fähigkeit sich mit dem anderen über den Ausdruck von Worten, Gefühlen und Gesten zu verbinden. Sie ist essentiel...
23. Juni 2010
Kommunikation -
Die Leidenschaft neu entfachen
Wenn eine Paarbeziehung älter wird, lassen Anziehungskraft und Leidenschaft häufig nach. Ein Paar das sich entschieden hat, sein...
7. Juni 2010
Persönlichkeitsentwicklung -
Respektvoll lieben statt symbiotisch leiden
Eine langlebige, zufriedene Ehe benötigt als Grundzutat den gegenseitigen Respekt zweier unabhängiger Individuen. Hier geht es um den Weg ...
20. April 2010
erfolgreiche Ehe -
Nochmal ganz von vorne anfangen
Den Gedanken hatten sicher schon viele: Wie wäre es, noch einmal von vorne anzufangen. Während sich die Zeit schwerlich zurückdrehen lässt, kan...
6. April 2010
Persönlichkeitsentwicklung -
Mehr erreichen mit weniger Stress – Sechs Mini-Entspannungstechniken
Mit Minipausen und Kurzentspannungstechniken lässt sich mehr erreichen bei weniger Stress. Ein buddhistischer Lehrer drückte es so aus: „Meditatio...
24. März 2010
Work-Life-Balance