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eMagazin „Gut leben!”

Verantwortung für Gefühle übernehmen

Es gibt im Deutschen eine Redewendung, die viel Missverständnisse und bisweilen böses Blut erzeugt. “Das macht mich wütend”, “Du machst mich ärgerlich”, “Du machst mich traurig”, Das macht mich betroffen”…

Diese Aussagen verschieben Verantwortlichkeit für Gefühle. Tatsächlich hören wir in den ersten Beratungsstunden mit Paaren häufig Beschwerden dieser Art. Kein Wunder, dass der Andere sich angegriffen fühlt, unterstellt die im Passiv formulierte Aussage “Das macht mich…” doch das Vorhandenseins eines Täters. Und dieser Täter kann nur die Partnerin oder der Partner sein.

Sind Sie gerne schuld? Nichts anderes wird hervorgerufen, wenn Sie mit “Das macht mich…” angegriffen werden, als dass Sie die Schuld für die Gefühlslage des Anderen zugewiesen bekommen. Schuld ist ein uraltes Konzept der abendländischen Gesellschaften, bzw. aller Gesellschaften, die einen Monotheismus pflegen, in dem Gehorsam dem jeweiligen Gott gegenüber als höchste Tugend betrachtet wird (oder zumindest wurde). Aus meiner Sicht liegt hier eine der ganz tiefen Wurzeln für unsere Unfähigkeit, Angriffe dieser Art angemessen zu parieren.

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Ausgabe Nr. / 2009 vom 3. März '09
Veröffentlichung von Auszügen gestattet - vorbehaltlich der Angabe eines Links zu diesem Artikel.


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Über Ehe, Partnerschaft, Kommunikation, Liebe, u.v.m.
Erscheint 14-tägig als elektronisches Magazin.

ISSN 1865-1879
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