In dieser vollständigen Anleitung zum Ehe retten zeige ich Ihnen, wie Sie Ihre Paarbeziehung wieder lebendig machen. Sie können den Stillstand beenden und der Paarbeziehung wieder ihren richtigen Platz im Leben geben. Dieser Artikel beschreibt, wie Sie eine funktionierende Paar-Kommunikation herstellen und eine freundschaftliche, unterstützende Atmosphäre erzeugen.

Inhalts-Übersicht

  1. Auftakt zum Ehe retten: Wie sind wir da gelandet, wo wir jetzt sind?
  2. Verantwortung übernehmen: Es tragen immer zwei Partner zur Krise bei
  3. Die Kinder schützen: Erwachsene Konfliktlösung hält die Kinder heraus
  4. Phase 1 der Wiederannäherung: Paarzeiten schaffen
  5. Phase 2 der Wiederannäherung: Das Gespräch reaktivieren
  6. Phase 3 der Wiederannäherung: Bedürfnisse artikulieren und anerkennen

Auftakt zum Ehe retten

Wie sind wir da gelandet, wo wir jetzt sind?

Um eine Ehe retten zu können, muss man wissen, wie die Krise entstanden ist. Ohne eine Bestandsaufnahme lässt sich nicht viel erreichen. Dazu helfen die folgenden Fragen. Mein Tipp: Nehmen Sie sich Papier und Stift und beantworten Sie die folgenden Fragen schriftlich. Ja wirklich, benutzen Sie dieses altmodische Zeug. Es macht einen großen Unterschied, ob ein Gedanke nur gedacht oder ausformuliert und aufgeschrieben wird.

Wie lange empfinden Sie Ihre Beziehung schon als gestört? Denken Sie eine Weile nach. Wusste Ihr Unterbewusstes möglicherweise schon länger Bescheid, als Sie es wahrhaben wollten? Was waren die ersten Anzeichen? Was halten Sie für die wichtigsten Elemente dieser Störung? Welche Vorwürfe machen Sie Ihrem Partner/Ihrer Partnerin? Welche Vorwürfe machen Sie sich selbst? Was haben Sie versucht, um Änderungen herbeizuführen? Wie haben Sie reagiert, wenn Ihre Bemühungen erfolglos waren?

Verantwortung übernehmen

Es tragen immer zwei Partner zur Krise bei.

Die Rettung einer Ehe beginnt damit, dass beide Partner die Verantwortung für ihr eigenes Handeln übernehmen. Und genauso für ihr Nicht-Handeln. Die Übernahme der Verantwortung beginnt immer bei Ihnen selbst. Es reicht nicht, vom anderen zu erwarten, dass er sich für seinen Teil verantwortlich erklärt. Der Frieden beginnt bei mir, nicht bei dir. Wenn einer von beiden aufhört zu streiten, gibt es keinen Streit mehr. (Es sei denn, man lässt sich vom anderen wieder in den Streit verwickeln. Da ist Klarheit gefordert.)

Die Kinder schützen

Erwachsene Konfliktlösung hält die Kinder heraus.

Wenn ein Paar im Streit liegt, werden nicht selten die Kinder zum Instrumentarium dieses Streites. Es gibt unterschiedliche Varianten dieser Instrumentalisierung. Die Kinder werden ins Vertrauen gezogen und damit aufgefordert Partei zu ergreifen. Der mögliche Entzug des Kontaktes zu den Kindern wird als Druckmittel verwendet. Die Kinder werden in Auseinandersetzungen eingebaut — einerseits um Argumente zu untermauern, andererseits um Mehrheiten zu schaffen.

All diese Verhaltensweisen sind unreife und unangemessene Verhaltensweisen. Erwachsene Konfliktlösung schützt die Kinder. Das bedeutet: Aufhören zu streiten, wenn die Kinder zugegen sind. Die Kinder nicht als Druckmittel verwenden. Den Kindern mitteilen, dass man den Streit zwischen den Eltern klärt. Manchmal muss man es noch direkter sagen: „Das geht dich nichts an, das ist Elternsache.“ Kindern gegenüber Grenzen zu ziehen, ist keine Einengung sondern Schutz. Klick um zu Tweeten Kinder aus den Auseinandersetzungen des Paares herauszuhalten ist eine Schutzmaßnahme, die das Seelenleben der Kinder in den Vordergrund stellt.

Phase 1: Paarzeiten schaffen

Zeit zu zweit spielt die wichtigste Rolle.

Die meisten Paare achten zu wenig auf gemeinsame Zeiten. Insbesondere, wenn das Paar auch eine Familie gegründet hat, wird die Zeit knapp. Gekürzt wird meist zuerst bei der Paarzeit. Das ist nicht weiter überraschend, da wir gewöhnlich davon ausgehen, dass wir uns ohnehin lieben. Aber da wird die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Liebe bleibt nur, wenn sie genährt wird. Liebe ist Austausch, gegenseitiges Beschenken, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. Zeit.

Wer wirklich seine Ehe retten will, muss hier radikal umdenken. Schließlich ist die Familie das Produkt der Paarbeziehung. Die Paarbeziehung ist also die Grundlage der Familie. Welchen Sinn macht es da, die Paarbeziehung nachlässig zu behandeln? Sie sollte wieder in den Vordergrund rücken und das wichtigste Element dafür spielt die Zeit zu zweit.

Die Terminkalender sind prall gefüllt, ob beruflich oder mit Fahrdiensten für die Kinder. In vielen Fällen muss sogar beides miteinander verbunden werden. Von Paarzeit erwarten wir, dass sie sich ergibt.

Das ist ein Denkfehler!

Paarzeit findet nicht von alleine statt. Sie muss genauso geplant werden, wie jeder andere Termin. Und sie muss genauso verteidigt werden wie jeder andere Termin! Die Crux bei der Sache ist, dass die gemeinsame Zeit während einer Ehekrise eher wie eine Bedrohung erscheint, denn als ein Lösungsangebot. Wenn man den anderen schon total doof findet, warum sollte man noch Zeit mit ihm verbringen? Und doch ist es die einzige Lösung. Wenn kein Austausch mehr stattfindet, lässt sich die Ehe auch nicht mehr retten.

Schauen wir also, wie sich das Gespräch wieder aktivieren lässt, damit die Zeit zu zweit gut genutzt wird.

Phase 2: Das Gespräch reaktivieren

Respektvoll zuhören, eindeutig sprechen und vollständig verstanden werden.

Es spielt keine Rolle, wer den Anfang macht. Nur einer muss ihn machen. Es ist bestimmt hilfreich, eine Paartherapie in Erwägung zu ziehen, wenn keiner von beiden mehr weiß, wie er den Anfang für ein gemeinsames Gespräch finden soll. Aber ist es wirklich schon so weit? Nicht jede Ehekrise ist bereits ein Grund sich zu trennen.

Funktionierende Paarkommunikation besteht aus drei wesentlichen Elementen.

  • Artikulieren
  • Zuhören
  • Verstehen

Beginnen wir mit dem Respekt. Respekt ist die Bereitschaft zur Rücksichtnahme. Klick um zu Tweeten
Respektvolles Zuhören ist also rücksichtsvolles Zuhören. Das beinhaltet, den anderen aussprechen zu lassen und möglichst wenig eigene Gedanken dazwischen zu schieben. Gerade diese eigene Zurückhaltung ist die schwierigste Übung. Sie ist aber gleichzeitig der erfolgversprechendste Weg.

Das hat nichts mit Unterordnung zu tun oder mit klein beigegeben. Es bedeutet einfach nur für diesen Moment, in dem der andere spricht, den eigenen Kommentar und den eigenen Widerstand gegen das zurückzustellen, was der andere sagt. Wer seine Ehe retten will, braucht die Bereitschaft zum respektvollen Dialog.

Jetzt ist auch der Partner gefordert, seine Mitteilungen eindeutig und übersichtlich zu halten. Das ist mit Artikulieren gemeint. Je besser artikuliert wird, desto leichter fällt die Rückstellung der kommentierenden Gedanken. Eine eindeutige Mitteilung über mich selbst: kein Vorwurf, keine Anklage, kein Beleidigtsein. Wie gut gelingt es mir, einfach nur eine Zustandsbeschreibung abzugeben? Ein Selbstportrait ohne Schuldzuweisung.

Je weniger Kommentar, desto größer das Verstehen. Anders gesagt: Richtig zuhören geht nur, wenn ich nicht gleichzeitig versuche, eine Meinung zu vertreten. Klick um zu Tweeten

Phase 3: Bedürfnisse artikulieren und anerkennen

Die Paarbeziehung wird wieder lebendig, wenn sich beide gegenseitig darüber informieren, was ihnen fehlt und warum.

Gelingt es beiden Partnern, sich klar zu artikulieren und respektvoll zuzuhören kommt der dritte Schritt. Jetzt geht es um die Rückbesinnung auf unterdrückte und versteckte Bedürfnisse. Das, was in den letzten Jahren nicht gesprochen wurde, muss auf den Tisch.

Schwierige Themen können in dieser Phase zutage treten. Körperliche Bedürfnisse, Zärtlichkeit, Sexualität spielen eine Rolle. Es ist ein heilsamer Vorgang, sich gegenseitig Empfindlichkeiten und eigene Unzulänglichkeiten zu gestehen. Die Partner geben sich die Erlaubnis menschlich zu sein, anstatt sich selbst und dem Gegenüber Perfektion abzuverlangen. In dieser Verletzlichkeit respektvoll empfangen zu werden, ist eine große Vertiefung der Verbundenheit.

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