Vertrauensverlust in Paarbeziehungen

Wie Eifersucht Beziehungen zerstört

Eifersucht kann sich in einer Beziehung zu einer extrem zerstörerischen Kraft entwickeln. Dabei entzieht der Eifersüchtige dem anderen Partner nach und nach sämtliches Vertrauen und zerstört damit grundlegend die Basis der Beziehung. Dieser Vorgang hat oft einen scheinbaren, äußerlich echten Anlaß. Naturgemäß hat dieser mit anderen Menschen zu tun. Sie scheinen sich in die Beziehung hineinzudrängen oder in irgendeiner Weise attraktiver zu sein für denjenigen, auf den man eifersüchtig ist.

Quälende Eifersucht ist ein Gefühl, dem man erst entgehen kann, wenn man es emotional und funktionell verstanden hat. Man muss verstehen wie sie entsteht und funktioniert, und dann den eigentlichen emotionalen Inhalt entkräften. Die Pflegedienstleiterin der Jugendlichen-Suchtstation Teen Spirit Island im Kinder-und Jugendkrankenhaus auf der Bult in Hannover bestätigte mir in einem Gespräch, dass Eifersucht denselben Charakter wie jede andere Sucht habe.

Das, wonach wir immer drängender verlangen, macht uns krank.Im konkreten Fall der Eifersucht heißt das, dass immer mehr Beweise für die Ehrlichkeit, die Vertrauenswürdigkeit und die ausschließliche Zuwendung des Partners verlangt werden. Letztendlich führt das zu einem absoluten Kontrollzwang. Dieser zerstört Schritt für Schritt die Beziehung und führt doch nie zur Erlösung vom Gefühl, nicht vertrauen zu können.

Offensichtlich müssen wir also tiefer schauen. Es gilt weiter zurück in der eigenen Vergangenheit nach der Ursache zu forschen, die die Einstellung entstehen ließ, nicht vertrauen zu können. Dies ist ein individueller therapeutischer Vorgang, der nichts mit der Partnerschaft zu tun hat. Er führt in den meisten Fällen zur Mutterbeziehung. Das Verhalten des Partners ist möglicherweise Auslöser gewesen, ein frühes Defizit wieder ins Bewusstsein zu bringen, eine Lösung wird jedoch nur durch individuelle Heilungsarbeit möglich sein.

Der Eifersüchtige setzt den Trennungs-Impuls. Auf der Grundlage einer absurden Notwendigkeit zur Beweisführung treibt der Eifersüchtige den anderen Partner durch Anschuldigungen, Vermutungen und Aufforderungen doch endlich die ganze Wahrheit zu sagen immer weiter in die Enge. Manchmal soweit, dass der andere denkt: „ Nun kann ich auch mal tun, wofür ich schon so lange beschuldigt werde.“ Das ist der berühmte Mechanismus der sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

Heilbar ist Eifersucht nur, wenn der Eifersüchtige die Ursache seiner Sucht versteht. Es ist notwendig (not-wendend) den ursprünglichen Grund des Misstrauens in seinem Leben, den ursprünglichen Grund für das mangelnde Selbstwertgefühl zu ergründen.
Und mit Verstehen ist dabei gemeint, dieses ursprüngliche Gefühl zu fühlen, noch einmal zum Ausdruck zu bringen und den eigentlichen Adressaten der Sehnsucht nach Sicherheit und Geborgenheit zu kennen.

Haben Sie Erfahrungen mit Eifersucht? Wenn ja, auf welcher Seite – als Eifersüchtige/r oder als Ziel der Eifersucht? Wie sind Sie damit umgegangen?[/pwal]

Coach und Autor Henning Matthaei

Henning Matthaei ist Gründer des Partnerwerks, und seit 20 Jahren als Coach für mehr Gelassenheit in zwischenmenschlichen Beziehungen tätig. Er ist auch Autor des kostenlosen E-Mail-Kurses „10 Tipps für funktionierende Paarbeziehungen“.

15 Antworten auf “Wie Eifersucht Beziehungen zerstört”

  1. Elena

    ich bin 29 mein Mann 57 (und sehr sportlich 🙂 ) wir haben eine gemeinsame Tochter 2, 5 Jahre.
    Klar ist das mit der Eifersucht eine sensible Angelegenheit und ich versuche damit auch sensibel umzugehen und auch „idiotische Vermutungen“ ernst zu nehmen und mit ihm zu reden und ihm meine Liebe zu zeigen. Leider artet es in letzter Zeit aus und der Post von Gisela Franik macht mir Angst. Denn ich hab das Gefühl es könnte sich auch bei uns so entwickeln. Sarkastische Bemerkungen, Vorwürfe und wenig Freiraum für mich. Das möchte ich nicht ertragen. Ich kenne seine sinnliche Seite und seine Zugewandheit, aber nur von früher. Er zeigt sie mir nicht mehr. Ich bin sehr traurig darüber und frage mich oft ob ich so weitermachen möchte. Zumal wir auch einen gemeinsamen Betrieb führen und momentan sehr abhängig voneinander sind…
    Ich hab kein Problem auf ihn zuzugehen und trotz vorrangegangener „mieser Stimmung“ in einfach in den Arm zu nehmen, aber seine negativen emotionalen Ausbrüche treffen mich ungefiltert und zu oft und ich möchte das nicht mehr ertragen!
    I need help!

  2. Hallo, ich habe gerade akut ein Problem. Meine Frau will sich, für mich überraschend, von mir trennen. Ich bin leider sehr Eifersüchtig. Habe in den letzten Jahren immer wieder den Verdacht geäußert , meine Frau würde mit anderen Männern anbandeln. Hat sich natürlich nicht bestätigt. Muss jetzt aber dazu sagen das ich ein Scheidungskind bin. Zum Zeitpunkt der Scheidung war ich 14. Für mich ist die Beziehung zu meiner Frau fast wichtiger als die Liebe zu meinen Kindern. Ich wollte nicht noch einmal so eine Trennung erleben. Jetzt habe ich es tatsächlich geschafft ,damit meine Ehe zu zerstören. es kamen noch zwei kleine Patzer zum Thema Kindererziehung und Sexualleben dazu, jetzt ist der Punkt erreicht wo meine Frau nicht mehr will. Ich bin völlig verzweifelt, weil jetzt genau das passiert ist was ich nie wieder erleben wollte. Kann mir jemand helfen???

    1. Elena
      Ich als Faru finde schonmal, dass es einen Unterschied macht ob man sagt ich möchte keine Trennung erleben, so wie schonmal in meiner „Kindheit“ oder ob man sagt ich möchte dich als Partner nicht verlieren! Eine Beziehung zu führen nur um der Beziehungs Willen hat nichts mit Liebe und Zugehörigkeit zu tun!
      Liebst du deine Frau und willst du sie lieben?
      Warum will sie dich nicht mehr lieben und bei dir sein?

  3. Hallo! Also: ich bin seit 17 Jahren verheiratet und habe mit meinem Mann fünf Kinder, das Jüngste ist 5 Wochen alt. Seit ca vier Monaten trifft sich mein Mann nachgewiesenermaßen regelmäßig mit einer 30jährigen Frau, mit der er sexuell sicher (noch)nichts hat und er will mir auch ständig weis machen, dass er sie wirtschaftlich interessant findet. Er lügt mich aber ständig an, wenn er sich mit ihr trifft. Er erfindet irgendeinen scheiß, ich merke aber, was er wirklich macht, wenn ich sein Handy kontrolliere. So. Nun habe ich ihn darauf angesprochen, dass er mich anlügt, er hatte es ursprünglich geleugnet. Erst als ich sagte, ich wüsste es genau, weil ich sein. Handy kontrolliert hatte, leugnete er es nicht mehr, meinte aber nur, dass ich sein Handy nicht mehr kontrollieren soll. Nachdem ich sagte, dass er es mal mit der Wahrheit probieren sollte, meinte er nur, dass er es nicht kann, weil ich ja so eifersüchtig bin. Aber er hat mir ja von vornherein nicht die Wahrheit gesagt und nur weil ich halt ein gutes Gespür für Lügen habe, hatte ich sein Handy komtrolliert und der Verdacht hat sich ja dauernd bestätigt. Jetzt bin ich natürlich dauernd alarmiert und finde immer wieder heraus, dass er mich weiterhin anlügt. Ich sitze aber während er Abendweise mit ihr unterwegs ist mit den Kindern zuhause ohne einer Möglichkeit, das selbe zu tun. Abgesehen davon würde es mir auch nichts geben, mit einem anderen Mann mich zu treffen. Warum muss er sich mit einer anderen Frau treffen. An eine guuuuuute Freundschaft zwischen man und Frau glaube ich nicht. Und er laut seiner Aussage auch nicht. Prinzipiell vertraue ich ihm aber ich verstehe nicht, warum er mein Vertauen missbraucht. Ich wüsste auch nur zu gern, wie er darauf reagieren würde, wenn es umgekehrt wäre. Aber warum soll ich es ausprobieren. Das zerstört noch mehr. Aber fair finde ich die Situation nicht und ich muss zugeben dass es mich oft zermürbt, mir schlaflose Nächte bereitet und dass ich manchmal Suizid Gedanken hege, weil ich nicht weiß, wie ich alleine mit fünf Kindern durchkommen soll, falls die Beziehung in Brüche geht. Ich weiß ganz ehrlich gesagt nicht weiter – und ich sehe auch nicht, wo ich da bei mir ansetzen sollte. Weil es ist ja ein nachweislicher Vertrauensbruch da, das Bilde ich mir ja nicht nur ein. Weiß jemand da einen Rat?

  4. Krankhafte Eifersucht,Egoismus,Doppelmoral?
    ich durfte die Krankheit vor jetzt ca.4 Jahren kennen lernen.
    ich dachte das ich es schaffe sie davon zu überzeugen das es keinen
    Grund gibt auf irgend etwas eifersüchtig zu sein,ich lag mit meiner
    Einschätzung voll daneben.
    alles fing schön an,ich nahm sie mit zu meinen Freunden,unternahm etwas
    mit ihr und meinen Kindern.
    aber dann ging es schon los.
    es war ihr ein Dorn im Auge das ich mich gut mit den Müttern meiner
    Kinder verstand,vor allen der Mutter meiner Tochter gegen über.
    freundschaftliche Umarmung war das erste,ich habe es dann gelassen des
    Friedens willen.nach viel Theater habe ich versucht Regelungen zu
    finden meine Tochter zu sehen ohne das es einen Grund gäbe zu zanken,es
    half alles nichts.
    um zank zu vermeiden habe ich dann versucht ohne ihr wissen mit der
    Mutter meines Kindes eine Lösung zu finden,natürlich kam es raus.
    sie hat jede Möglichkeit genutzt Infos zu erhalten in wie weit ich
    Kontakt pflege oder habe.dies ist mir später bewusst geworden.
    den modernen Medien sei dank.

    sie gab sich in Chats als eine andere Person aus und schrieb meine ex
    an,fragte ihren Freundeskreis aus,und so weiter.

    die folge ihrer Handlungen war das ich mich immer mehr
    einschränkte,Kontakte einstellte,es ging so weit das ich nur noch auf
    ihrem Sofa sahst und nicht mehr machte.

    zu der zeit sind wir regelmäßig spazieren gegangen,es war für mich der reinste spiesrutenlauf.
    die Augen auf den Boden,ja nicht ein freundlichen blick den Leuten gegenüber,besonders Frauen gegenüber.sofort war ich Mode.

    ich war zu Anfang meiner Beziehung als Sportart angaschiert und hatte
    einen kleinen Freundeskreis.
    im laufe der zeit gab ich alles auf aber nichts wurde besser.

    an Anfang unserer Beziehung wollte ich mir ein Tattoo machen lassen,es
    gab Theater hoch 10,heulen Wut,das ganze Programm,ich lies es.
    nach zwei Monaten kann sie auf einmal an ich las mir ein Tattoo machen
    und all meine Einwände zählten nicht.
    ein zweites und drittes folgten.
    ich bat sie es doch zu lassen bis wir unsere Beziehung gerichtet
    habe,nicht.

    verweile hatte sie eine Grupenterapie und wir waren das erste mal
    auseinander.
    na wir sind dann wieder zusammen gekommen,dann kam wie gesagt das
    dritte Tattoo,wieder half all mein bitten und flehen nichts,sie zog es
    durch.
    es geht mir dabei nicht darum das sie sich tattoowieren lies,nur sah ich es nicht ein das ich mir keines machen sollte und sie …
    ich habe mich dann in der Form zurückgezogen das ich nicht mehr bei ihr
    schlief und ihr Gesang das ich erst wieder bei ihr schlafe wenn sie
    ihr verhalten ändert,passierte natürlich nicht.

    Tattoo die zweite,
    ich dachte dann,gut lässt du den zank wegen dem Tattoo und schlägst einen Kompromiss vor.
    Schatz wir zanken nicht mehr und ich lasse mir mein Tattoo machen.
    hätte ich mir sparen können,sie wollte mir ernsthaft vorschreiben wer mir das stechen durfte,natürlich auf keinen Fall eine Frau,das sah ich nicht ein und nach stundenlangen Diskussionen habe ich es aufgegeben.
    bis heult habe ich keins,und inzwischen fällt es mir schwer sie noch nackt zu sehen,
    den dann kommt Wut in mir auf.
    das weiss sie,
    ich habe sie mal gefragt warum das alles,sie sagt es ist ihre Art des Ausdruckes der seelischen schmerzen.
    mag sein,für mich aber der blanke Egoismus

    ich habe als wir uns kennen lehrten habe ich gekifft,nicht schön ich weiss.
    sie störte es was ich einsah und nach einer gewissen zeit
    einstellte,ich dachte sie merkt es und freud sich,hm da lag ich falsch.
    sie bekam es nicht mal mit und nach einen Jahr Kampf mit mir und
    ihren Vorhaltungen was für ein schlechter Mensch ich sei fing ich wieder
    an.
    inzwischen habe ich das wieder aufgegeben.

    selber die Wahl meines Autos wollte sie mir vorschreiben.
    die Farbe,das Fabrikat,nicht war ihr recht.
    mein Argument das wenn ich schon nicht viel Geld habe ich nicht ein Auto in Form einen kias,twingos oder ähnlichen fahren möchte waren natürlich nicht richtig.
    mein Motorrad,welches ich schon hatte bevor ich sie kannte,eine Schopper.
    alles Teufelswerk,nur da um Frauen auf zu reissen.

    zur zeit sind wir wieder ein dreiviertel Jahr auseinander,
    die ersten Monaten habe ich es geschafft mich nicht bei ihr zu melden jetzt schreiben wir uns jeden Tag Mails und Telefonieren des öfteren.
    wir habe auch einen Spaziergang gemacht im Wald,wo anders ist es unmöglich.

    ich weiss ja selber das ich auch krank bin,
    wie ich mich belesen habe bin ich Beziehungs-Süchtig
    den bis zum heutigen Tag richte ich mein leben nach ihren Vorstellungen aus.
    gehe nicht weg und habe mich bis heut nicht mehr bei meinen Freuden gemeldet

    1. das was deine Freundin macht nennt sich „emotionale Erpressung“ in starker Form und diese ist immer auf Emotionsebene also Beziehungsebene und nie sachlich. du musst die Aussagen von ihr hinterfragen ob sie wahr sind. nur so kommst du raus, wenn du dich nicht einfach trennen kannst. denn so wie es aussieht gibst du nach weil du glaubst das sie gut ist in irgendeiner Form.
      versuch mal „the work“ von byron Kathie das hilft wenn du es richtig anwendest auch beim hintefragen ob sie recht hat.

  5. Wir sind jetzt 35 Jahre verheiratet und ich habe mich in dieser Zeit öfter für Jahre von meinem Mann getrennt. Das Schlimmste, worunter ich während unserer Beziehung gelitten habe, war die krankhafte Eifersucht meines Mannes. Er ist auf alles eifersüchtig. Das heißt, er kann es nicht ertragen, wenn es mir gut geht. Er sieht hinter allen Menschen, die mich sympatisch finden, die Gefahr, dass sie etwas von mir wollen. Bei Männern, die mir freundschaftlich entgegen kommen, glaubt er, diese wollen nur mit mir ins Bett. Bei Frauen sagt er, was will die schon wieder von Dir.
    Die letzte Trennung dauerte 4 Jahre. Nun sind wir wieder seit 3 Jahren zusammen und es hat sich nichts geändert. Er möchte mich immer um sich haben, ignoriert mich jedoch völlig und all meine Gefühle nimmt er nicht ernst. Er ist nur liebevoll, wenn er mich dringend braucht, z.B. bei Krankheit. Er möchte zwareine selbstbewußte und fröhliche Frau an seiner Seite, aber wenn ich das mal bin, setzt er alles daran, mich wieder „klein“ zu machen. Komplimente kenne ich nicht und wenn er mal eins macht, klingt es sarkastisch. Wenn ich versuche, mit ihm darüber zu reden, schweigt er oder geht aus dem Zimmer. Es ist wieder so weit, dass ich mich erneut von ihm trennen möchte. Aber nun sind wir beide nicht mehr so jung, einen Neuanfang zu starten, Ich bin 67, er 70. Zu seiner krankhaften Eifersucht kommt noch ein starker Egoismus, Ignoranz und Verantwortungslosigkeit dazu.
    Er geht allen Problemen aus dem Weg und wälzt sie auf mich ab. Wenn ich diese löse, erkennt er sie nicht an. Während unserer 4-jährigen Trennung habe ich mein Selbstbewußtsein so einigermaßen wieder aufgebaut. Nun zweifle ich wieder an mir und meinen Fähigkeiten und werde immer kränker. Ich weiß mir keinen Rat mehr. Was kann ich tun, um unsere Ehe zu retten.

  6. Mein Partner versteht nicht, dass Eifersucht keinen sexuellen Hintergrund benötigt, sich etwa bei mir darauf bezieht, dass er anderen Frauen zu sehr unser Leben öffnet. Er findet, wenn er nicht verliebt ist, dann braucht es mich nicht zu stören.

  7. Hallo,

    also Eifersucht zerstört wirfklich alles, vor allen Dingen wenn man jemanden kennen lernt der betrogen wurde. Dennoch bin ich der Meinung sollte doch gerade dem neuen Partner ersteinmal Vertrauen entgegengebracht werden. Was kann der neue Partner oder die Partnerin für die letzte Partnerschaft? Nichts, rein gar nichts.

    Ich selber bin gar nicht eifersüchtig weil ich der Meinung bin ob ich eifersüchtig bin oder nicht, wenn jemand fremd gehen will geht er fremd ob mit oder ohne Eifersucht.

  8. Hallo und guten Tag,

    diese Gefühle, die in der Eifersucht hochkommen, sind Gefühle, die wir in der Vergangenheit zum Überleben gebraucht haben. Die traumatischen Ereignisse, die schon in früher Kindheit erlebt wurden, haben sich so in uns eingeprägt, dass wir gar nicht gleich verstehen, dass der Partner in der Eifersucht austauchbar ist und dass es im Prinzip um unsere eigene nicht vorhandene Liebe zu uns geht. Als Kinder hätten wir erwartet, dass unsere Eltern uns bedingungslos lieben. So erfahren wir durch diese die Liebe zu uns und können diese dann in die eigene Wahrnehmung aufnehmen und brauchen dann ab einem gewissen Alter nicht mehr die Liebe von außen, da wir unsere eigene Liebe zu uns aufgebaut haben. Bei den Menschen, die unter extremer Eifersucht leiden, ist dieses Verständnis für sich selbst nicht da und auch nicht die Liebe zu sich selbst.

    Das Schlimme daran ist aber nicht das Gefühl und das krankhafte widersinnige Verhalten gegen sich selbst (mein Partner könnte schuld sein, dass ich mich nicht lieben kann), sondern dass wir gelernt haben durch die Minderwertigkeit irgendeine Form der Aufmerksamkeit zu bekommen und dies durch die Eifersucht erleben dürfen. Das Vergnügen für uns Betroffene liegt darin, dass wir eine negative Form der Auferksamkeit bekommen, diese uns aber immer wieder das Überleben gesichert hat. Jetzt müßten wir in der Gegenwart nicht nur erkennen und verstehen dass dies so ist, sondern wir müßten eine Art Ersatzbefriedigung finden, um in der gleichen Situation schon „unbewusst“ alle Weichen für die Liebe zu uns zu stellen und so den Eifersuchtszug gar nicht abfahren lassen können. Den Schmerz zuzulassen ist dabei der erste Schritt. Die Aufarbeitung der Kindheit in vorsichtigen Schritten der zweite Schritt. Der Austausch der Gefühle Eifersucht zu Vertrauen und Verständnis und Liebe wäre dann wohl der nächste Schritt und daraus sollte sich dann der Umgang damit ergeben. In der Theorie ganz klar. In der Praxis wohl ein großer Schritt.

  9. Ich habe Ihre Ausführungen bezüglich Eifersucht gelesen und stimme Ihnen auch vollinhaltlich zu. Die Theorie ist allerdings eine andere als die Praxis. Man muss sich mal in die Lage eines bereits Betrogenen setzen. Vertrauensmissbrauch durch Fremdgehen ist eine Handlung, die dem anderen Partner ordentlich zusetzt. Es ist ein langer und schwieriger Prozess, wieder Vertrauen aufzubauen, wenn überhaupt. Ich habe es nicht geschafft und meine Ehe ging dadurch auch in Brüche.
    Ich glaube, es stimmt nicht, dass der dadurch eifersüchtig gewordene Partner nur sich selbst therapieren kann, denn da gehören schon „Zwei“ dazu. Es ist sehr schwierig, bei einem neuen Partner Vertrauen zu gewinnen. Es kann nur funktionieren, wenn dieser keinerlei Anlässe zu Misstrauen liefert, Zuneigung und Gemeinsamkeit auch in der Öffentlichkeit zeigt.
    Ich habe es geschafft, nach 10 Jahren zu einem Partner wieder Vertrauen zu haben und das justament in einer Fernbeziehung.

    marianne

    1. Sicher hat es mit beiden zu tun. Ich wollte mit diesem Artikel auf einen blinden Fleck hinweisen, der es in Eifersuchtsangelegenheiten unmöglich macht aus der Misere herauszukommen. Sie geben auch wieder einen Hinweis darauf: Was bedeutet es „keinerlei Anlässe zu Misstrauen“ zu liefern? Wo sind die Grenzen zwischen Anspruch auf Ehrlichkeit und Offenheit und einem Kontrollzwang? Es ist dieses Spannungsfeld, das ich ansprechen wollte – sicherlich noch nicht erschöpfend behandelt…

      1. Danke, dass Sie zu meinem Kommentar Stellung bezogen haben. Sie stellen die Frage: Wo sind die Grenzen zwischen Anspruch auf Ehrlichkeit und Offenheit und einem Kontrollzwang? Ich denke da jetzt spontan an das Handy. Jeder hat es, jeder pflegt damit Kommunikation, jeder betrachtet dieses Kommunikationsmittel wie das ganz private Tagebuch und wenn man genügend darauf acht gibt, kommt auch niemand an die persönlichen Daten heran. Wenn ich mit meinem Partner zusammenbin, ist das Handy (sowohl seines als auch meines) ein OFFENES BUCH. Ähnlich verhält es sich mit dem Internet. Wenn wir zusammen, hat mein Partner an meinem Gerät offenen Zugang und ich auch an seinem Computer. Wir sind auch in der Öffentlichkeit sehr offen und verhalten uns wie Partner. Ich käme daher gar nicht auf die Idee, ihn zu kontrollieren. Jede Heimlichtuerei ist eine Herausforderung für Eifersucht – oder eben das Spannungsfeld.
        Jedes Problem kann heute scheinbar durch Therapie gelöst werden – die Therapeuten sind top geschult, wobei die Theorie viele mögliche Auswege anbietet – aber in Wirklichkeit kann sich jeder Mensch nur selber helfen, indem er die notwendigen Konsequenzen zieht. Das ist meine bisherige Lebenserfahrung.

  10. Ja, ich war schon eifersüchtig.

    Ich habe mein Partner darauf angesprochen und habe das bei mir akzeptiert, dass ich eifersüchtig bin. Für mich war es unerträglich, dass mein Partner jemand anderem den selben Stellenwert/Platz wie mir einräumt. Nach vielen Gesprächen und längerem Hin und Her sind wir zu einer Paarberatung gegangen. Mein Gefühl hatte seine Ursache darin, dass ich früher für meine Eltern nicht wichtig war. Ich selbst hatte das Gefühl nichts wert zu sein.  Auf der anderen Seite hat sich auch mein Partner zwischen Zwei sehr hin und her gerissen gefühlt. Seine Entscheidung ist glücklicherweise gefallen. Es war sehr unangenehm diese quälende Gefühle auszuhalten und anzuschauen. Aber jetzt ist es besser. Heute ist das Gefühl der Eifersucht weitgehend verschwunden. Es ist wie wenn eine Wunde verheilt.

    Ich bin froh, dass in diesem Fall sowohl ich als mein Mann als auch wir als Paar da viel verändern konnten.

    Sabine

Kommentar schreiben...

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit einem Sternchen markiert *




© 2017 · Partnerwerk · Paarcoaching · Hamburg
...Liebe lebt im Dialog

Feedback
Do NOT follow this link or you will be banned from the site!