3 Geheimnisse für funktionierende Beziehungen

Von Henning Matthaei Twitter | Facebook

Ich will es kurz machen. Im Grunde gibt es nur drei Dinge, die man wissen muss, um in einer langfristig funktionierenden Beziehung leben zu können.Um nicht lange um den heißen Brei herumzuschreiben – hier sind sie, Erklärungen folgen darunter:

  1. Nur wer miteinander spricht, hat eine Chance.
  2. Eine Beziehung bleibt paradoxerweise stabil, wenn beide Partner dazu bereit sind, sich selbst und die Partnerschaft immer wieder in Frage zu stellen.
  3. Wer in seiner persönlichen Entwicklung stehen bleibt, betrügt sich selbst und seine/n Partner/in.

Damit ist fast alles gesagt. Warum sind dies die wichtigsten Punkte für funktionierende Beziehungen?[private_eMagazin]

Erstens. Zwischenmenschliche Beziehungen bestehen (nicht ausschließlich, aber zu einem großen Teil) aus der Kommunikation, die wir miteinander führen. Wer sich nichts mehr zu sagen hat, sollte Entscheidungen treffen: Sprechen lernen oder gehen.

Viele Paare stecken in gegenseitigen Vorwürfen fest, keiner will den ersten Schritt tun. Wenn der eine sich in sein Schneckenhaus zurückzieht, beginnt die andere ihn zu belagern; wer sich um sich selbst kümmert, wird mit beleidigtem Kinderschmollmund bestraft; wer Wünsche und Vorstellungen äußert, bekommt scharfe Urteile zu hören.

Wir können lernen, unsere Kommunikation von den Reaktionen anderer unabhängig zu machen. Als Kinder waren wir abhängig vom Wohlwollen der Erwachsenen um uns herum. Auf diese Weise werden Verhaltensmuster gelernt und tief verinnerlicht. Später wird im Alter von 30 und sogar 40 Jahren immer noch genauso kindisch reagiert, wenn es um Emotionen und Gefühle geht.

Zweitens. Die tiefste Weisheit des Buddhismus, ist die Erkenntnis, dass alle Phänomene vergänglich sind. Wir sind nicht mehr dieselben, wie als kleine Kinder – ja nicht einmal mehr dieselben wie vor einem Jahr. Den permanenten Wandel anzuerkennen bedeutet, die Wirklichkeit anzuerkennen. Männer und Frauen, die sich wünschen, dass ihr Partner/ihre Partnerin wieder so sein solle wie zu Beginn der Beziehung, ignorieren dieses Gesetz des Lebens. Das was war, wird nicht wiederkommen. Also besser anerkennen, was jetzt da ist, und aufgrund einer realistischeren Betrachtung der aktuellen Situation Entscheidungen treffen.

Wir können lernen, unser Verhalten und unsere Gewohnheiten der aktuellen Wirklichkeit anzupassen. Daraus folgt einerseits, dem Wandel des Gegenübers zuzustimmen (jaja, auch die Falten am Hals gehören zu den liebenswerten Dingen), anderseits (und das ist wahrscheinlich viel wichtiger) müssen wir uns eingestehen, dass Lösungen, die einmal passend waren, es auf einmal nicht mehr sind. Wenn ich mit meinem Verhalten im Beziehungsleben kein Glück erlange, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dieses Verhalten (Mit-)Ursache des Unglücks ist.

Drittens. Die Polarität zwischen Mann und Frau geht durch verschiedene Entwicklungsstufen, die ich in dem Artikel „Manipulieren und Abgrenzen“ beschrieben habe. Was wir als Liebe empfinden, ist das, was uns jeweils als höchste Erfüllung des Bedürfnisses nach Autonomie bzw. Verbundenheit erscheint. Paare haben häufig auch die Funktion, sich gegenseitig zu bremsen. Es wird alles auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zerbrochen, anstatt nach dem größten gemeinsamen Vielfachen zu suchen.

Wir können uns entscheiden, unser Leben zum inneren Wachstum zu nutzen. Wenn beide Partner für sich in Anspruch nehmen, dass es nie genug individueller Reife geben kann, wenn beide sich entscheiden, allein verantwortlich zu sein für die Entwicklung und Erhaltung einer funktionierenden Partnerschaft, dann ergibt sich daraus eine lebendige Beziehungsdynamik. Dies setzt Selbstverantwortung und den starken Wunsch nach einem erfüllenden partnerschaftlichen Leben und Lieben voraus. Aber noch einmal die Frage: Wenn es nicht darum geht, worum geht es dann…?[/private_eMagazin]

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