Ich will es kurz machen. Im Grunde gibt es nur drei Dinge, die man wissen muss, um in einer langfristig funktionierenden Beziehung leben zu können.Um nicht lange um den heißen Brei herumzuschreiben – hier sind sie, Erklärungen folgen darunter:

  1. Nur wer miteinander spricht, hat eine Chance.
  2. Eine Beziehung bleibt paradoxerweise stabil, wenn beide Partner dazu bereit sind, sich selbst und die Partnerschaft immer wieder in Frage zu stellen.
  3. Wer in seiner persönlichen Entwicklung stehen bleibt, betrügt sich selbst und seine/n Partner/in.

Damit ist fast alles gesagt. Warum sind dies die wichtigsten Punkte für funktionierende Beziehungen?[private_eMagazin]

Erstens. Zwischenmenschliche Beziehungen bestehen (nicht ausschließlich, aber zu einem großen Teil) aus der Kommunikation, die wir miteinander führen. Wer sich nichts mehr zu sagen hat, sollte Entscheidungen treffen: Sprechen lernen oder gehen.

Viele Paare stecken in gegenseitigen Vorwürfen fest, keiner will den ersten Schritt tun. Wenn der eine sich in sein Schneckenhaus zurückzieht, beginnt die andere ihn zu belagern; wer sich um sich selbst kümmert, wird mit beleidigtem Kinderschmollmund bestraft; wer Wünsche und Vorstellungen äußert, bekommt scharfe Urteile zu hören.

Wir können lernen, unsere Kommunikation von den Reaktionen anderer unabhängig zu machen. Als Kinder waren wir abhängig vom Wohlwollen der Erwachsenen um uns herum. Auf diese Weise werden Verhaltensmuster gelernt und tief verinnerlicht. Später wird im Alter von 30 und sogar 40 Jahren immer noch genauso kindisch reagiert, wenn es um Emotionen und Gefühle geht.

Zweitens. Die tiefste Weisheit des Buddhismus, ist die Erkenntnis, dass alle Phänomene vergänglich sind. Wir sind nicht mehr dieselben, wie als kleine Kinder – ja nicht einmal mehr dieselben wie vor einem Jahr. Den permanenten Wandel anzuerkennen bedeutet, die Wirklichkeit anzuerkennen. Männer und Frauen, die sich wünschen, dass ihr Partner/ihre Partnerin wieder so sein solle wie zu Beginn der Beziehung, ignorieren dieses Gesetz des Lebens. Das was war, wird nicht wiederkommen. Also besser anerkennen, was jetzt da ist, und aufgrund einer realistischeren Betrachtung der aktuellen Situation Entscheidungen treffen.

Wir können lernen, unser Verhalten und unsere Gewohnheiten der aktuellen Wirklichkeit anzupassen. Daraus folgt einerseits, dem Wandel des Gegenübers zuzustimmen (jaja, auch die Falten am Hals gehören zu den liebenswerten Dingen), anderseits (und das ist wahrscheinlich viel wichtiger) müssen wir uns eingestehen, dass Lösungen, die einmal passend waren, es auf einmal nicht mehr sind. Wenn ich mit meinem Verhalten im Beziehungsleben kein Glück erlange, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dieses Verhalten (Mit-)Ursache des Unglücks ist.

Drittens. Die Polarität zwischen Mann und Frau geht durch verschiedene Entwicklungsstufen, die ich in dem Artikel „Manipulieren und Abgrenzen“ beschrieben habe. Was wir als Liebe empfinden, ist das, was uns jeweils als höchste Erfüllung des Bedürfnisses nach Autonomie bzw. Verbundenheit erscheint. Paare haben häufig auch die Funktion, sich gegenseitig zu bremsen. Es wird alles auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zerbrochen, anstatt nach dem größten gemeinsamen Vielfachen zu suchen.

Wir können uns entscheiden, unser Leben zum inneren Wachstum zu nutzen. Wenn beide Partner für sich in Anspruch nehmen, dass es nie genug individueller Reife geben kann, wenn beide sich entscheiden, allein verantwortlich zu sein für die Entwicklung und Erhaltung einer funktionierenden Partnerschaft, dann ergibt sich daraus eine lebendige Beziehungsdynamik. Dies setzt Selbstverantwortung und den starken Wunsch nach einem erfüllenden partnerschaftlichen Leben und Lieben voraus. Aber noch einmal die Frage: Wenn es nicht darum geht, worum geht es dann…?[/private_eMagazin]

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3 Kommentare zu “3 Geheimnisse für funktionierende Beziehungen

  1. Schönen guten Tag,

    ich habe mit Begeisterung Ihr Werk gelesen und beginne – denke ich – langsam zu begreifen, wie unterschiedlich Mann und Frau sind, ich bin fast 50 Jahre alt und habe das nie so gesehen. Nun ist mir ein, sagen wir mal, Musterexemplar über den Weg gelaufen. Die Geschichte wird ev. etwas länger, ich hoffe, das ist kein Problem…….

    Er hat mich in einer Partnerwebsite entdeckt und nach kurzem herausgefunden, daß wir uns sogar – wenn auch flüchtig – kennen, er wohnt im Nachbarort. Er war mir auf Anhieb sympatisch und er wollte mich auch schnell treffen. Zuvor hatte er mir aber erklärt, daß er zurzeit noch in einer Fernbeziehung steckt, in der aber „nichts mehr läuft“. Ich glaube ihm das, warum auch immer, denn ich weiß von meiner Freundin, die ihn auch kennt, daß er eine Fernbeziehung hat und die Frau wesentlich älter ist als er.

    Es ist zwischen uns bereits zu einem Treffen mit Sex gekommen und er will das fortführen. Mittlerweile bin ich auch Mitglied im Sportverein, wo er 1. Vorsitzender ist, d. h., wir begegnen uns dort auf jeden Fall und ich darf nichts über uns verraten – erstmal sagt er.     

    Was ich nicht an ihm begreife:
     
    Unser 2. Treffen für letzte Woche hat er kurzfristig abgesagt. Dann und wann kamen dann nette E-Mails, aber kein Vorschlag für ein Treffen. Er schick immer so „halbe E-Mails“. Am Samstag hat er sich dafür entschuldigt, daß er meine letzte Mail nicht sofort beantwortet hatte (ich war gar nicht sauer deswegen). Mir ist aber der Kragen geplatzt, weil wieder nichts von ihm kam in Richtiung Terminfindung. Also habe ich ihm geschrieben, daß ich mich frage, wie dieser Mist hier wohl weitergeht mit dieser Hin- und Herschreiberei ohne Resultate. Dazu ist noch zu sagen, daß der Erstkontakt und auch die weiteren fast immer von ihm ausgingen, obwohl ich ihm einmal klipp und klar gesagt habe, daß eine Affäre nichts für mich ist und wollte ein Ende, Da kam er nach 4 Tagen wieder an…

    Jetzt herrscht seit 3 Tagen Funktstille. Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder ihm geht das so auf die Nerven, daß er sich nie wieder meldet – akzeptiert. Oder er lacht insgeheim darüber und versteht mich auch bißchen und kommt wieder an – akzeptiert.

    Wie lange sollte ich warten, um mich wieder bei ihm zu melden, denn schließlich war ich ja wieder diejenige, die ihm „einen vor den Bug“gegeben hat.

    Vielen Dank für Ihren Rat, Sanne

    1. Hallo Sanne, offensichtlich bezieht sich das Prädikat Musterexemplar nicht unbedingt auf seine sozialen Kompetenzen, oder 😉

      Ich halte generell nichts davon, Beziehungsklärungen via E-Mail oder (noch schlimmer) SMS zu betreiben. Da kommt fast immer Murks und Missverständnis heraus.

      Schreiben Sie ihm doch eine Mail, dass Ihnen Ihre heftige Reaktion leid tut und dass Sie gerne mit ihm direkt sprechen wollen. Machen Sie ihm dabei zwei, drei Terminvorschläge. (Dazu taugen E-Mails: technische Fragen klären, Termindindung etc. – niemals aber zum emotionalen Austausch!)

      Wenn Sie darauf keine Reaktion erhalten, haben Sie eine sehr unhöfliche Form der Absage erhalten und sollten schauen, wie Sie Ihre Integrität und Würde wahren. Das ist dann eine ganz persönliche Entscheidung, die Ihnen niemand abnehmen kann.

      1. „..sollten schauen, wie Sie Ihre Integrität und Würde wahren“.
        Ja, wie schaut man denn danach?
        Ist das so gemeint, dass egal wie er reagiert, das keinen Einfluss auf den Selbstwert hat?
        Leicht zu lesen, schwer zu leben sowas..

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