Der Unterschied zwischen Therapie und Coaching

Worin unterscheiden sich Coaches von Therapeuten? Die Grenzen zwischen Therapeuten und Coaches sind fließend. Viele Methoden überschneiden sich, aber es gibt einige grundsätzliche Unterscheidungen, die vor allem mit der Ausrichtung der Arbeit zu tun haben. Der Coach unterstützt dabei, etwas Neues zu schaffen, das man erreichen will, während man mit dem Therapeuten daran arbeitet, etwas aufzulösen, das man nicht mehr haben will. Die hier dargestellten Unterscheidungen sind als Anregung gedacht, sich mit der Arbeit von Coaches als einem alternativen Weg zu befassen. Beide Wege haben ihre Berechtigung und Notwendigkeit und beide führen, wenn sie am richtigen Platz eingesetzt werden, zu mehr Zufriedenheit und Lebensqualität.

Psychotherapie

Personal Coaching

Warum ich?/Warum dies? Wo geht’s hin?/Was kommt jetzt?
Von etwas weg Auf etwas zu
Fokus in der Vergangenheit Fokus in der Zukunft
Auflösung nicht gewünschter Muster Erschaffen gewünschter Muster
Unterstützend Herausfordernd
Frage nach dem „Warum“ Frage nach dem „Wie“
Stärkung des „Ich“ Stärkung des „Selbst“

Als Coach gehe ich davon aus, daß Sie eine gewisse Münchhausen-Kraft mitbringen – und sich selbst aus dem Sumpf ziehen wollen. Die wichtigste Frage im Coaching-Prozess ist daher die Frage nach dem Wohin, nach den Zielen. Als Coach erarbeite ich mit Ihnen eine Strategie, um ein selbstgewähltes Ziel zu bestimmen, zu überprüfen und schließlich umzusetzen. Psychotherapeutische Verfahren fragen dagegen nach der Ursache eines Problems. Wird die Ursache erkannt und fühlend wahrgenommen, dann löst sich die Selbstbehinderung auf. Ein wesentlicher Bestandteil der Therapie ist deshalb die Regression, das heißt ein Zurückgehen in die alten Erfahrungen, um so Heilung und Lösung zu erarbeiten.

Für viele Menschen ist ein effektives Coaching die Methode der Wahl, weil keine so tiefgreifenden Defekte in der Psyche vorliegen, dass sie sich in ihrem täglichen Leben nicht mehr adäquat verhalten können. Als Coach richte ich mich an den erwachsenen, selbstverantwortlichen Menschen. Meine Klienten sind psychisch relativ stabil und wollen auf der existentiellen Ebene Veränderungen erreichen. Das heißt, dass sie eine klar umrissene Problematik in eigener Regie lösen wollen – mit Unterstützung eines geeigneten Coaches. Die gewünschten Veränderungen reichen von verbesserter Kommunikation mit Mitarbeitern, über die Klärung der persönlichen Lebensplanung bis hin zu Selbstorganisation und Selbstmanagement.

Indem Coaching den Fokus in die Zukunft verlegt, entsteht eine unwiderstehliche Dynamik, die Energie und Lebensfreude freisetzt. Hier besteht im übrigen die wichtigste Gemeinsamkeit mit den psychotherapeutischen Verfahren, die natürlich auch ein Ziel verfolgen – nämlich Energie und Lebensfreude zu befreien. Der auf die Vergangenheit gesetzte Fokus muß jedoch nach gewisser Zeit wieder aufgegeben werden. Manchmal geraten aber Patient oder Therapeut oder beide in einen Kreislauf, in dem das Problem aufrechterhalten wird. So wird die Lebendigkeit auf den Praxisraum begrenzt. Sollten Sie in einer solchen therapeutischen Situation feststecken, versuchen Sie es mit Coaching. Sie werden überrascht sein, was sich bewegt.

Ein Coaching-Prozess fordert das Beste von Ihnen. Je nachdem, welche Ziele Sie sich setzen, werden Sie gefordert, alles zu zeigen, was Sie können, um Ihr Problem zu lösen. Und dann noch ein bißchen mehr. Es ist ein herausfordernder und spannender Weg, der ein gutes Maß an Selbstdisziplin voraussetzt. Ich vergleiche meine Arbeit als Coach häufig mit dem Anspruch eines Vaters oder Mentors. Ein guter Mentor beobachtet Fortschritte genau und fordert mit allmählich immer schwierigeren Aufgaben seinen Schützling heraus, alle in ihm verborgen vorhandenen Fähigkeiten zu mobilisieren. Therapiesitzungen sollten Sie buchen, wenn Sie eher mütterliche, nährende und schützende Energie tanken wollen.

Fragen Sie „Wie?“ oder fragen Sie „Warum?“ In der Therapie werden Sie häufig mit der Frage konfrontiert, warum dies und jenes so war, wie es war. Dem Coach ist nicht so wichtig, woher Sie kommen, er will wissen, was Sie vom Leben wollen. Er fragt, wohin die Reise gehen soll und hilft dabei, die Route zu planen und die Ausrüstung zusammenzustellen.

Es gibt einen Unterschied zwischen dem „Selbst“ und dem „Ego“. In der Therapie wird das Ego stabilisiert und verschiedene abgespaltene Teile werden wieder zusammengetragen. Dies ist ein notwendiger Prozess, weil wir die Grundfähigkeiten des Ego brauchen, um in der Welt überleben zu können. Bei manchen Menschen beginnt es aber, die ganze Show zu übernehmen und versucht alles unter Kontrolle zu bekommen. Menschen, die nur mit dem Ego identifiziert sind, wirken engstirnig, unflexibel und hart. Coaching führt Sie dahin, über Ihr Ich hinauszuwachsen und sich an Ihr Selbst anzuschließen. Das Selbst lernen Sie kennen, indem Sie kühne Träume wagen und Ihr Leben an einer Vision ausrichten, anstatt an den Ansprüchen Ihrer Eltern, Kinder, Partner oder Vorgesetzten. Wenn Sie mit Ihrem Selbst in Kontakt sind, strahlen Ihre Augen, weil Sie wissen, wer Sie sind und was Sie wollen.

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