Gelassenheit im Alltag

Gelassenheit und innere Ruhe – das wünschen sich viele Menschen. Ständig steigende Anforderungen im Job, Krisenstimmung in der ganzen Gesellschaft und dann noch Schwierigkeiten mit dem Lebenspartner. Wo soll da innere Ruhe herkommen?

Wenn ich mit Klienten über Gelassenheit spreche, taucht schnell die Fantasie auf, sich eine Auszeit zu nehmen oder einmal auf Zeit in ein Kloster zu gehen. Darin steckt der Gedanke, dass Gelassenheit nichts für den Alltag ist, für normale Menschen kaum erreichbar.

Wäre es nicht schön, dauerhaft in einem inneren Zustand von Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und Zustimmung zur Welt, wie sie ist, zu leben? Tatsächlich bekomme ich auf die Frage: „In welchem inneren Zustand möchten Sie sein, an dem Tag, an dem Sie sterben?“, meist genau diese Antwort: Zufrieden, entspannt und einverstanden.

Wenn diese Zufriedenheit doch das Ziel der meisten Menschen ist, ist es nicht seltsam, dass sie sich in erster Linie mit allem anderen beschäftigen? Aber nicht damit, wie sie mehr Gelassenheit in ihren Alltag bekommen?

Die inneren Antreiber verhindern die Gelassenheit im Alltag. Es sind viele verschiedene, zB.: überhöhte Selbstkritik, übermäßige Anpassung an fremde Bedingungen und Anforderungen („es allen recht machen wollen“), Selbstzweifel, Ungeduld oder Angst. Bedeutet das, dass man sich zunächst für Jahre in Therapie begeben muss, bevor man mehr innere Ruhe verspüren kann?

Therapie kann ihren Beitrag zur Gelassenheit leisten, gewissermaßen als Grundlagenarbeit. Wer eine einigermaßen stabile Persönlichkeit besitzt, kann sich jedoch auch direkt mit dem geistigen Training auseinandersetzen, dessen Resultat Entspannung und innere Ruhe sind. Nichts anderes benötigen Sie, um gelassener mit Stresssituationen umgehen zu können.

Gelassenheit im Alltag ist das Ergebnis eines geistigen Trainings. In diesem werden die eigenen automatischen Reaktionen auf Äußerungen und Vorkommnisse unserer Umwelt nach und nach reduziert. Die Abfolge Stressreiz → Abwehrreaktion verläuft meist vollautomatisch. In vielen Situationen ist dieser wünschenswert und gesund. Gerade in zwischenmenschlichen Beziehungen führt sie jedoch meistens dazu, dieselbe Abfolge auch im Gegenüber hervorzurufen.

Wie jedes Training, sollte auch das Gelassenheitstraining mit sehr kleinen Einheiten beginnen. Sie könnten sich vornehmen, in den nächsten zwei Wochen jeweils 5 Minuten am Tag eine Pause einzulegen, in der sie nur auf einem Stuhl sitzen und ihren Atem beobachten. Beobachten Sie einfach, wie er ein- und ausströmt. Sie können bereits in diesen 5 Minuten beobachten, wie Ihr Geist sich herrlich ablenken lässt, die Atembeobachtung vergisst und sich mit den verschiedenen Situationen des Tages beschäftigt.

Zu einem echten Training wird es, wenn Sie dran bleiben. Trainieren Sie Ihre Ausdauer, Ihren Geist auf die Beobachtung des Atems zurück zu lenken, sobald Sie bemerken, dass Sie abgeschweift sind. Es kann sein, dass Sie zu Beginn nicht mehr als zwei oder dreimal das Ein- und Ausatmen beobachten. Das ist in Ordnung und normal. Mit zunehmender Übung wird sich Ihre Fähigkeit manifestieren, Ihren Geist dort zu halten, wo Sie ihn haben möchten, anstatt Ihren automatischen Gedankenstrom führen zu lassen.

Mit dieser Fähigkeit zu Fokussierung haben Sie die Grundlage für Gelassenheit im Alltag. Sie können jederzeit die folgende Mini-Entspannungstechnik anwenden:

Bevor Sie sich zu einer automatischen Reaktion hinreißen lassen, atmen Sie dreimal ein und aus und beobachten Sie dabei lediglich ihren Atem. Danach denken sie erneut über eine mögliche Antwort nach.

Wenn Sie dieses Training vertiefen wollen; kÖnnen Sie unseren kostenlosen Email-Kurs abonnieren, den Sie hier erhalten.

Signup-Link

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.