8 Wege, gut zu Kindern zu sein

Eine junge Frau namens Cynthia erinnert sich noch genau an einen der Höhepunkte ihres Lebens. Damals war sie 12 Jahre alt und ihr Vater hatte ihr versprochen, dass er sie auf eine Geschäftsreise nach San Francisco mitnehmen würde. Monatelang planten sie gemeinsam und sprachen über nichts anderes als ihre bevorstehende Reise.


Nach den geschäftlichen Besprechungen ihres Vaters wollten sie am Abend mit dem Taxi nach Chinatown, in einem Restaurant ihr Lieblingsessen bestellen und danach mit der alten Straßenbahn fahren.
Als der Tag kam, wartete Cynthia ungeduldig auf den Feierabend des Vaters. Um halb sieben kam er, allerdings mit einem bedeutenden Geschäftspartner im Schlepptau. Dieser schlug vor, er könne ja Vater und Tochter zum Essen ins Restaurant einladen. »Ich war so enttäuscht wie noch nie zuvor«, erzählt sie.

In einem unvergeßlichen Moment, erklärte ihr Vater dem Kunden: »Ich würde gerne mit Ihnen gehen. Aber heute ist ein besonderer Abend für mich und meine Tochter. Wir haben bereits jede Minute miteinander verplant.«
Sie unternahmen alles, was sie sich gemeinsam vorgenommen hatten. »Das war wahrscheinlich die glücklichste Zeit meines Lebens. Ich glaube nicht, dass irgendein Mädchen seinen Vater so geliebt hat, wie ich meinen an jenem Abend«, berichtet Cynthia.

Diese Geschichte hat Cynthias Vater, Steven R. Covey in seinem Buch »The Seven Habits of Highly Effective Families« aufgeschrieben und damit einen der wichtigsten Punkte in der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern illustriert: Die Fähigkeit Vereinbarungen abzuschließen und einzuhalten. Hier sind noch acht weitere Ideen, wie Sie die Verbundenheit mit Ihren Kindern vertiefen können.

  1. Machen Sie Ihre Familie zu einer Chefsache. Familien mit Verbundenheit haben guten Kontakt untereinander, weil die Eltern beschlossen haben, die Familie an Nr. 1 zu setzen. Sie haben Ihre Kinder nur für ca. 12-15 Jahre, danach leben sie ihr eigenes Leben. Sie geben Ihrem eigenen Leben Sinn und Wert, wenn Sie in dieser Zeit Ihre Kinder zum Mittelpunkt Ihres Universums machen. Stellen Sie sich vor, wie es sich angefühlt hätte, wenn Sie früher der Mittelpunkt des Universums Ihrer Eltern gewesen wären.
  2. Verbringen Sie besondere Zeit mit Ihren Kindern. Es gibt keinen Ersatz für die Zeit, die Sie mit Ihren Kindern verbringen. Insbesondere Zeit die Kinder alleine mit einem einzelnen Elternteil verbringen wie im oben beschriebenen Fall, hinterlassen tiefe Eindrücke in der Kinderseele. Selbst wenn Sie einen engen Zeitplan haben: schneiden Sie regelmäßig Zeiten für besondere Dinge heraus: zum Malen, Basteln, Schwimmen, Spielen. Es ist ein bißchen ungerecht, aber es birgt auch eine besondere Verantwortung: Die Zeit, die Väter für ihre Kinder abzweigen, wird besonders geschätzt, von Jungs wie von Mädchen.
  3. Kombinieren Sie Vergebung mit Verantwortung. Öfter erlebe ich Eltern, die ihre Kinder erst beschimpfen und dann, wenn das Kind in Tränen ausbricht, die dumme Frage stellen: »Kannst Du mir verzeihen?« Wie verantwortungslos. Wenn Sie Ihr Kind ungerecht behandelt haben, funktioniert der Satz »Es tut mir leid« besser, wenn er ehrlich gefühlt und gemeint ist. Mit ihm zeigen Sie, dass Sie selbst die Verantwortung für Ihr Handeln übernehmen, anstatt dem Kind neben der Verletzung auch noch die Vergebung aufzuladen. Entsprechend können Sie Ihre Kinder lehren, Verantwortung für ihre eigenen verletzenden Handlungen zu übernehmen.
  4. Richten Sie Familienrituale ein. Mit Ritualen knüpfen Sie enge Bande im Familienverbund. Das gemeinsame Essen gehört genauso dazu wie die gefeierten Kindergeburtstage. Aber auch selbst entwickelte Rituale wie der wöchentliche Besuch einer Pizzeria für den Familienplausch (für ältere Kinder) oder eine kurze, gemeinsame Andacht vor dem Essen oder dem Zubettgehen (besonders beliebt bei kleineren Kindern) sind wirkungsvoll. Dahinter steckt die Vorliebe von Kindern für Redundanz. Die Wiederholung des immergleichen Ablaufs fördert das Gefühl von Sicherheit und Angekommensein.
  5. Bleiben Sie erreichbar. Selbst wenn Sie einen streßvollen Job haben – richten Sie es ein, dass Ihre Kinder sich bei Ihnen melden können, wenn etwas Besonderes in ihrem Leben geschieht. Ein Streit in der Schule, ein Sturz vom Fahrrad oder eine 1 in Mathe kann erheblichen Streß auslösen. Wenn es dem Kind freisteht, Papa oder Mama anzurufen, um kurz davon zu berichten, reduziert sich die innere Anspannung sofort. Meistens braucht es dafür nur wenige Minuten. Sie spüren selbst, wann das Kind den größten Druck entladen hat und können es dann sanft darauf hinweisen, dass Sie jetzt Ihre Arbeit erledigen wollen.
  6. Lehren Sie Ihre Kinder zu lieben und sich geliebt zu fühlen. Liebe läßt sich über viele Wege zum Ausdruck bringen: Berührung, Streicheln, Kuscheln, Anschauen, Unterstützung, Lob, Anerkennung, freundliche Gesten, Lächeln… Indem Sie Ihre Liebe zum Ausdruck bringen, stärken Sie die Verbundenheit und das Sicherheitsgefühl Ihrer Kinder. Wie Blumen täglich gegossen werden müssen, so müssen Kinder täglich mit der Liebe ihrer Eltern begossen werden. Übrigens gilt auch bei der Dosierung dasselbe wie für Blumen: regelmäßig gut gießen ist besser als ab und zu unter Wasser zu setzen.
  7. Seien Sie achtsam mit Ihren Worten. Überlegen Sie kurz, welche Aussagen und Verhaltensweisen Anderer Sie besonders unangenehm finden. Dann schauen Sie in Ihre Kindheit: mit hoher Wahrscheinlichkeit finden Sie dort ein oder mehrere Erlebnisse, in denen solches Verhalten dieselben Gefühle ausgelöst haben. Vermeiden Sie Aussagen, die Ihren Kindern die Persönlichkeit nehmen: »Du könntest mal mehr so sein wie dein Bruder/deine Schwester.« »Andere Kinder machen es doch auch richtig.« »Ich glaube nicht, dass daraus etwas wird.« »Wenn Du nicht wärest, hätten wir uns wahrscheinlich schon getrennt.« Verwenden Sie lieber Lob und Anerkennung zur Bestärkung der Impulse, die Sie gut finden: »Du bist ein schlauer Kerl.« »Ich bin so froh, dass es dich gibt.« »Großartig, du bist klasse.« »Ich liebe dich.« »Du bist zuverlässiger als viele Erwachsene, die ich kenne.« usw. Verwenden Sie alle die Sätze, die Sie selbst als Kind gerne gehört hätten. Das heilt ganz nebenbei auch Ihr eigenes inneres Kind.
  8. Loben Sie Ihre Kinder in der Öffentlichkeit und zu Hause. Lassen Sie die Welt daran teilhaben, wie gerne Sie Eltern sind, wie toll Sie Ihre Kinder finden. Und stärken Sie das Vertrauen Ihrer Kinder in Ihre Anerkennung und Unterstützung, indem Sie sie vor Anderen loben und bewundern. Genießen Sie das besondere Strahlen, das über Kindergesichter fliegt, wenn ihre Bemühungen wahrgenommen und öffentlich gewürdigt werden. Beschäftigen Sie Ihre Kinder, indem Sie alle Impulse unterstützen, die Sie auch nur minimal positiv finden. Sehen Sie immer halb volle Gläser statt halb leerer. Schauen Sie großzügig über Unzulänglichkeiten hinweg und erfreuen Sie sich an allem, was Ihre Kinder sind.

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