Trennung überwinden

Die sieben häufigsten Kommunikationsfehler

Von Henning Matthaei Twitter | Facebook

Kommunikation dient dazu, die Trennung zwischen zwei Individuen zu überwinden.
Ziel der Kommunikation ist die Duplizierung eigener Gedanken und Gefühle im Geist des anderen. Dabei kann viel schiefgehen. Dieser Artikel beschreibt, wie Sie die häufigsten Kommunikationsfehler identifizieren können, um einfacher und mit besseren Ergebnissen zu kommunizieren.

Kommunikation dient der Abbildung eigener Gedanken im Denken des Anderen. Das bedeutet, jede Handlung, die dazu dient, einen Gedanken, ein Gefühl oder eine innere Wahrnehmung von mir in meinem Gegenüber zu reproduzieren, ist Kommunikation. Grundlegendes Ziel der menschlichen Kommunikation ist der Wunsch verstanden zu werden.

Das Ziel verstanden zu werden, ist manchmal nicht so leicht zu erreichen. Das liegt daran, dass die meisten Menschen sich nicht klarmachen, in welcher Weise sie von der einfachen Formel abweichen, einen eigenen Gedanken oder ein eigenes Gefühl im Gegenüber zu duplizieren. Hier haben wir die häufigsten Fehler aufgelistet:

1. sich selbst nicht verstehen
2. nicht zuhören
3. vorschnell reagieren
4. falsche Höflichkeit
5. Manipulation
6. fremde Gefühle nicht wahrnehmen
7. eigene Gefühle nicht wahrnehmen

  1. Der Gedanke, der kommuniziert werden soll, ist nicht klar. Dies scheint banal, ist aber eine der häufigsten Ursachen für nicht funktionierende Kommunikation. Wenn man auf einen Berg steigen will, definiert man vorher das Ziel. Diese Entscheidung trägt maßgeblich zum Besteigen des richtigen Berges bei. Wer sich vorher klarmacht, welchen Gedanken er genau vermitteln möchte, hat ein wesentliches Verständnisproblem aus dem Weg geräumt.
  2. Wenn man nicht zu Ende zuhört, kann man nicht verstehen, was der Andere einem sagen möchte. Dies ist eine ebenso häufige Ursache für Mißverständnisse. Noch während der Mitteilung des Gegenübers beginnt der eigenen Geist zu rappeln und Antworten zu produzieren, die sich auf Bruchstücke des Gehörten beziehen. Im „Antworten“-Modus ist aber kein vernünftiges Empfangen möglich.
  3. Das Reagieren auf den letzten Teil einer Mitteilung führt dazu, dass viele Auseinandersetzungen fruchtlos bleiben. Indem sich die Gesprächspartner jeweils nur auf das letzte Stückchen der Aussage des anderen stürzen, wird keine Verständigung erzielt und damit auch kein gemeinsamer Fortschritt ermöglicht.
  4. Man denkt, dass der andere versteht, und versäumt zu prüfen, ob dies wirklich der Fall ist. Eine kleine Lücke in der Kommunikation reicht aus, damit das Gegenüber einen Gedanken nicht versteht. Ein falsch oder nicht verstandenes Wort, ein Bezug auf einen unbekannten Zusammenhang oder eine Irritation durch Geräusche aus der Umgebung können dazu führen, dass der Gedanken nicht verstanden wird. Aus falscher Höflichkeit wird häufig geschwiegen. Der Zuhörende ist in diesem Fall für weitere Mitteilungen überhaupt nicht mehr empfänglich, weil sein Geist damit beschäftigt ist, das Mißverständnis aufzulösen.
  5. Manipulieren statt kommunizieren. Wenn ein Mensch mit einem anderen in einer Beziehung steht und durch Verständigung nicht erreichen kann, was er will, wird er dazu neigen, den anderen zu manipulieren, um sein Ziel zu erreichen. Die Manipulation hört in dem Maße auf, in dem eine vollständige Übermittlung der eigenen Gedanken möglich ist. Im Umkehrschluß bedeutet das: wer seine Gedanken klar hat und eindeutig kommunizieren kann, braucht keine Manipulation.
  6. Das gesamte Unterbewußtsein kommuniziert mit. Die Regel ist bekannt, dass bloß 20 Prozent der Kommunikation über das Gesagte stattfinden, während die restlichen 80 Prozent über Körpersprache mitgeteilt werden. Wenn beispielsweise jemand wütend ist, aber in seiner Wortwahl keinen Zorn äußert, wird in der Regel diese Wut trotzdem mitgeteilt. Es geht weder darum, die Gefühle zu unterdrücken noch sie anderen ungefiltert über den Kopf zu schütten. Das Ziel ist eine saubere Trennung der Gefühle von den Mitteilungen, was nur gelingt, wenn man sich eben dieser Gefühle sehr bewußt ist.
  7. Eine emotionale Reaktion wird verbal verpackt, um social correct zu sein. Häufig sind die neben der Sprache kommunizierten emotionalen Ladungen Ursache für ebenso emotional geladene Antworten. Eine emotionale Ladung ist ein gestautes gefühl, das auch aus einem völlig anderen Zusammenhang stammen kann und nichts mit dem Gespräch zu tun hat. Es wird aber nur selten die emotionale Ebene geklärt, wodurch fruchtlose Diskussionen ohne Ergebnisse angezettelt werden. Gefühle zu haben und wahrzunehmen ist eine der wesentlichen Fähigkeiten der emotionalen Intelligenz.

Den inneren Beobachter entwickeln. Viele der Grundvoraussetzungen funktionierender Kommunikation haben mit der Fähigkeit zur Selbstbeobachtung zu tun. Eigene Gedanken innerlich klar zu formulieren bevor sie kommuniziert werden, zuende aufmerksam zuhören, Gedanken und Gefühle wahrnzunehmen ohne sofort darauf zu reagieren, eigene und fremde emotionale Landungen erkennen – all dies wird leichter durch die Entwicklung des inneren Beobachters.

Sich nicht mit Gedanken und Gefühlen identifizieren. Der innere Beobachter – auch das „bezeugende Bewusstsein“ genannt – ist der Bereich unserer Intelligenz, der sich nicht mit den Vorkommnissen in Denken und Körper, in Geist und Gefühlen identifiziert. Dieses bezeugende Bewusstsein kann man trainieren.

Funktionierende Kommunikation ist von innerer Klarheit und eindeutiger Absicht abhängig.

Je genauer ich weiß, was ich mitteilen möchte und wie ich mich fühle, desto besser kann ich meine Gedanken und Gefühle in der Wahrnehmung meines Gegenübers abbilden. Ziel jeder Kommunikation ist es Verständigung zu erreichen. Je vollständiger die Verständigung, desto besser der Kontakt zwischen den Gesprächspartner.

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