Drei Fragen, mit denen Sie Ihren Mann möglichst schnell loswerden können

Ein nicht ganz ernst gemeinter Ratgeber zum Jahreswechsel

Liebst Du mich noch?

Vier Wörter als Beziehungskiller. Mit der kleinen Frage „Liebst du mich noch“ können Sie Ihren Mann am schnellsten in die Flucht schlagen. Idealerweise stellen Sie diese Frage, wenn Sie ohnehin gerade einen kleinen Disput haben oder eine Unstimmigkeit in der Luft liegt.

Wieso funktioniert das so gut? Die Frage „Liebst du mich noch“ ist eine Fangfrage. Es gibt nur eine richtige Antwort und diese muss ohne zu Zögern gegeben werden. Das läuft dem Bedürfnis der meisten Männer zuwider, überlegte Antworten geben zu können. Sie nehmen ihm also mit dieser kleinen Frage die wichtigste Sicherheit, nämlich die Situation unter Kontrolle zu haben.

Die richtige Antwort kann auch die falsche sein. Ist Ihr Mann so geistesgegenwärtig gewesen, um auf Ihre Frage mit „Ja“ zu antworten, können Sie ihm weiter die Daumenschrauben anlegen.

Woher weißt Du das?
Das sagst du ja nur so.
Stimmt das wirklich?

Auf diese Weise können Sie Ihren Mann weiter in die Enge treiben, bis er auf gibt und geht.

Die falsche Antwort ist definitiv die falsche. Sollte er zögern oder unklar Antworten („Das kann ich im Moment nicht so genau sagen.“ „So kannst auch nur du fragen.“ „Darüber muss ich erstmal nachdenken.“ „Was verstehst du denn unter Liebe.“), haben Sie eine gute Vorlage bekommen um ihren nächsten Pfeil abzuschießen:

Hast Du eine andere?

Wieder nur vier Wörter, wieder eine wunderbar verheerende Wirkung. Diese Frage ist der Zwilling der ersten Frage. Alle ernst zunehmenden Beziehungsratgeber empfehlen für den Fall eines Seitensprungs, sämtliche auch noch so offensichtliche Fakten zu leugnen. Sie haben also mit der Frage „Hast Du eine andere?“ einen mächtigen Hebel in der Hand.

Da Ihr Mann leugnen muss, haben Sie einen Freibrief ihm zu misstrauen. Nichts wäre schlimmer als würde er einfach zugeben, ein Techtelmechtel mit einer anderen Frau begonnen zu haben. Ihnen bliebe bloß, ihm eine Szene zu machen und ihn auf die Verantwortung für die Kinder hinzuweisen. Aber würden Sie ihn damit loswerden? Wohl kaum – er würde es sich bequem machen mit Ehefrau, Familie und Geliebter. Zum Glück spielen ihnen die oben genannten Beziehungsratgeber in die Hände.

Verwenden Sie Geheimdiensttechniken. In Kombination mit SMS-Kontrolle, eMail-Spionage und Überprüfung der Handyverbindungsdaten können Sie ein wirkungsvolles Überwachungsszenario aufbauen. Dieses wirdIhren Mann je nach Widerstandskraft innerhalb von zwei bis acht Wochen seelisch zermürben. Das Faszinierende an dieser Methode ist, dass Sie zwar scheinbares Opfer sind, in Wirklichkeit aber die Fäden in der Hand halten.

Zwingen Sie ihn, der Bösewicht zu sein. Vollkommen gleich ob eine andere Frau für ihn eine Rolle spielt oder nicht, mit dieser Technik fordern Sie ihnen geradezu auf, die passende Tat zum Vorwurf zu begehen. Und damit haben Sie einen Grund sich zu trennen ohne schuld zu sein! Obwohl diese beiden Methoden schon faszinierend einfach sind, möchte ich Ihnen noch eine dritte vorstellen, die kaum subtiler und ähnlich weit verbreitet ist:

Wann löst Du Dich endlich von Deiner Mutter?

Natürlich hast Du eine andere, Du hast ja Deine Mutter. Jeder Mann strampelt sein Leben lang, um eine souveräne Identität als Mann aufzubauen. Da kleine Jungs komplett vom Weiblichen umgeben sind (Mutter, Kindergärtnerinnen und Grundschullehrerinnen), ist die beste Möglichkeit Männlichkeit zu definieren: Alles was nicht weiblich ist.

Deshalb ist Schwulsein so verpönt, denn nur Mädchen lieben Jungs;
deshalb ist es so wichtig cool zu sein, weil nur Mädchen weinen; deshalb ist es so wichtig immer der Erste zu sein, denn nur Mädchen gehen gemeinsam aufs Klo.

Sie katapultieren Ihren Mann mit dieser Frage direkt in seine pubertären Selbstzweifel.

Bin ich wirklich ein Mann?
Bin ich schwul, wenn ich Gefühle habe, die mich überwältigen?
Bin ich ein Mann, wenn mir die Meinungen und Gefühle anderer etwas ausmachen?

So wird er kleiner und Sie entsprechend größer.

Natürlich wird er sofort beginnen sich zu rechtfertigen und ihnen zu erklären, dass er überhaupt kein Muttersöhnchen sei. Er muss seine mühsam zusammengesteckte Identität als Mann (Definition Mann = Nicht-Frau) so schnell wie möglich wieder herstellen. Da es ihm aber Sozialisationsgründen verboten ist zu sagen, dass er seine Mutter liebt, können Sie genüsslich dabei zusehen, wie er sein eigenes Grab schaufelt.

Ihr Mann erledigt sich selbst. Er wird versuchen Ihnen zu erklären, wie frei und unabhängig er agiert und wie wenig Einfluss seine Mutter auf seine Handlungen hat. Je mehr sie davon hören, desto besser wissen Sie, dass der Haken sitzt. Bringen Sie diese Frage immer mal wieder in die Diskussion und Sie werden erstaunt sein, wie leicht es ist, Ihren Mann loszuwerden.

PS: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Paartherapeuten und Ihren Scheidungsanwalt.

5 Kommentare zu “Drei Fragen, mit denen Sie Ihren Mann möglichst schnell loswerden können

  1. Vielleicht darf ich den Hinweis geben, dass diese Muttersöhnchen allesamt von Müttern jener Generation zu dem gemacht wurden, was sie sind. Und vielleicht mögen die modernen Mütter bei sich selbst hinschauen, wie sie ihre Söhne erziehen. Die „kleinen Prinzen“ nehmen zu, sie belegen zu oft den ersten Platz, die Pole Position in der Familie. Das Kinderspiel heisst zwar noch immer „Vater-Mutter-Kind“, in der Realität hat es sich längst zu „Kind-Mutter-Vater“ (wenn überhaupt) gewandelt. Das ist für alle extrem ungesund.

  2. Wenn man mit einem Muttersöhnchen zusammen ist und diese übermächtige Bindung zur Mutter die Beziehung zusehends belastet, sollte man keine grossen Worte machen sondern sich einfach trennen, weil es nicht mehr geht, weil eine Frau einen Mann will und kein Jüngelein. Soll er doch noch 1000 Beziehungen haben bis er versteht, dass die Probleme mit ihm zu tun haben könnten, aber dann ist man aus der Sache raus und muss sich mit dem Prinzchen nicht mehr herumärgern. Leider gibt es durch die Übermutterung und die weibliche Übermacht in der Erziehung immer mehr dieser Muttersöhnchenmonster, leider leider…

  3. Hallo Matthaei.

    Oh mein Gott. Wieso schreiben Sie solche Sachen???
    Das ist ja der reinste Psychoterror für den armen Mann. Wieso geben Sie denn einerseits in anderen Artikeln so sinnvolle und vernünftige Ratschläge und Anregungen und hier so einen destruktiven und respektlosen Vorschlag wie Frau den Mann wieder loswird???
    Ein einfaches : „es ist aus“ reicht doch. Muss denn der Mann mit so perfiden Spielchen zerstört werden? Kein Wunder wollen so viele Männer sich Frauen gegenüber nicht mehr öffen.
    Hmmm ich frage mich wirklich ob ich Ihre anderen Artikel jetzt noch unbefangen lesen kann. ..

    Gruss Terry

    1. Hallo Terry,

      ich stimme Ihnen zu: »Es ist aus« würde vollkommen genügen.
      Aber vielleicht haben wir uns nur mißverstanden. Oben drüber steht »Ein nicht ganz ernst gemeinter Ratgeber«.

      In der Tat sind das alles sehr respektlose Weisen, wie eine Frau ihren Mann loswerden kann. Die habe ich mir aber nicht ausgedacht. Es stehen reale Beziehungen dahinter, die ich in meiner Beratungsarbeit erlebe.
      Insofern ist dies ein satirischer Artikel darüber, wie man es lieber nicht tun sollte.

      Ich hoffe, das hilft bei der Beruhigung des Gemüts 😉

      1. Hallo,

        interessanter Weise funktioniert das auch anders herum. Auf genau diese Art und Weise schafft Mann es, seine Frau zu demontieren.

        „Es ist aus.“ Ist manchmal einfach einfach zu einfach. 😉

        LG und danke für diesen nicht ernst gemeinten Ratgeber.

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