Wir haben uns nichts mehr zu sagen...

Das starke Ich in der Partnerschaft

Was haben Sie schon alles versucht, um Ihre Paarbeziehung zu verbessern?

Paare, die zu uns kommen sind oft schon recht frustriert. Sie haben sich gegenseitig viel Leid zugefügt, oftmals laut und heftig gestritten, manchmal ist einer von beiden fremdgegangen und manchmal gehen sich beide schon seit langem auf dem Weg und schweigen sich gegenseitig an.

Dabei haben sie meist schon verschiedene Ansätze probiert, ihre Partnerschaft wieder in den erfreulichen Zustand zu versetzen, in der sie zu Beginn der Beziehung war. Die Palette ist weit reichend: besondere Urlaube, Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen oder Tantra-Seminaren auf der einen Seite, Ratgeberbücher, Eheberatung und Verhaltenstherapie auf der anderen Seite.

Irgendwie scheint aber alles nicht zu reichen,
um wieder verliebt zu sein.

Vielleicht steckt der Fehler genau in diesem Gedanken. Wenn ich Klienten danach frage, was sie sich wünschen für ihre Paarbeziehung, dann sagen viele es solle wieder so sein wie am Anfang. Das bedeutet verliebt sein, Schmetterlinge im Bauch, sexuelle Aufregung, starke Anziehungskraft – ein Gefühl großer Lebendigkeit.

Wie soll es gelingen, einem Menschen, den man seit zehn oder 15 Jahren kennt, so zu begegnen als hätte man ihn gerade erst kennen gelernt.
Entweder muss ich dafür alles verdrängen, was ich an Erfahrungen mit dieser Person gesammelt habe, oder ich muss davon ausgehen, dass dieser Mensch – obwohl ich ihn so lange kenne – immer noch ein Fremder ist, ein Anderer, den ich noch gründlicher kennen lernen kann.

Die erste Möglichkeit führt zu einer seltsamen Fremdheit. Die zweite führt zu tieferer Verbundenheit. Wenn ich einem anderen Menschen so begegne, dass ich immer davon ausgehe noch nicht alles von ihm zu wissen, noch nicht alles von ihm verstanden zu haben, dann entsteht eine natürliche Achtsamkeit und Aufmerksamkeit.

Achtsamkeit im Umgang miteinander ist die Grundlage für Verbundenheit. Und Achtsamkeit ist eine der Qualitäten, die wir gerne als erstes über Bord werfen. Sobald wir einige Eigenschaften des anderen kennen gelernt haben, die nicht ganz zu unserer eigenen Bedürfnissen und zu unserer Konditionierung passen, beginnen wir zu bewerten.

Dieses Bewerten bedeutet im Klartext, dass wir einem Teil des Anderen zustimmen, einen anderen Teil jedoch ablehnen. Wir arbeiten sozusagen an der Schizophrenie unseres Partners. Denn nun geben wir permanent Botschaften heraus, die den einen Teil des anderen bestärken und den anderen Teil zurückweisen. Wie unangenehm das ist, kennen wir von uns selbst.

Wenn ein Teil von uns selbst abgewehrt wird, geraten wir in Selbstzweifel. Insbesondere wenn dieser abgewehrte Teil schon eine Geschichte hat, die lange vor der Paarbeziehung begonnen hat. Wenn aber das Ich infrage gestellt wird, beginnt es sich zu wehren. Natürlicherweise will es seine Ganzheit und sein Existenzrecht beweisen.

Das ist die Aufgabe des Ich:
Einen Platz in der Welt einnehmen und behaupten.

Und so wächst der Konflikt. Ein Ich bekämpft das andere, weil beide sich bedrängt und infrage gestellt fühlen.

Es gibt viele Wege, unser Ich soweit zu bestärken und sein Vertrauen aufzubauen,
dass es nicht mehr jeden Gegenwind als Angriff auf seine Integrität wahrnimmt. Wir bereiten zur Zeit ein kostenloses Webinar vor, das Ende August stattfinden wird. Damit möglichst viele Ihrer Fragen darin behandelt werden, möchten wir Sie bitten das folgende Formular auszufüllen und an uns abzusenden.

Foto: stevendepolo

Coach und Autor Henning Matthaei

Henning Matthaei ist Gründer des Partnerwerks, und seit 20 Jahren als Coach für mehr Gelassenheit in zwischenmenschlichen Beziehungen tätig. Sein kostenloser Selbstcoaching-Kurs „Zeit zu zweit“ zeigt Paaren wie sie mehr Qualitätszeit miteinander verbringen können.

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