Wirklicher Fortschritt ist langsam, stetig und schrecklich

Von Henning Matthaei Twitter | Facebook

Veränderungen geschehen nicht über Nacht. Wer sein Verhältnis zu anderen Menschen dauerhaft verändern will, braucht Mut, Ausdauer und eine entschiedene Übungspraxis.

Probleme kann man lösen

Manche Menschen wünschen sich die Lösung ihrer Schwierigkeiten sofort und möglichst ohne eigenes Zutun. Die folgenden Aussagen sind exemplarisch für die Erwartung, dass jemand anderes die eigenen Probleme lösen würde: »Ich habe einen Wochenendworkshop mitgemacht und alles fühlte sich gut an. Als ich dann wieder zuhause war, war ganz schnell wieder alles beim Alten.« »Ich habe eine Probestunde Coaching genommen. Das hat mich zwar über einiges nachdenken lassen, aber unterm Strich hat es nichts gebracht.« »Vier Bücher über positives Denken habe ich gelesen, aber ich fühle mich immer noch schlecht.«

Menschen sind Gewohnheitstiere. Ganz gleich wie unangenehm ein Zustand ist, er wird vom mentalen System als ausgeglichen angesehen. Beginnt man nun an einer Seite etwas zu verändern, dann leistet das System am anderen Ende Widerstand. So erklärt sich, dass der kurzzeitige Effekt nach dem Workshop oder der Probestunde ein, zwei Tage anhält und danach die alten Muster wieder übernehmen. Beliebt ist es dann, der Methode Wirkungslosigkeit zu unterstellen oder das Umfeld zu beschuldigen, dass es einen nicht auf dem neuen Weg gehen läßt.

Sich selbst an neue Ufer führen

Erlebnis und Wandlung sind zweierlei. Das stellte schon Karlfried Graf Dürckheim fest, der die Meditation mit der Psychologie verband und damit große Erfolge hatte. Ohne eine stabile Übungspraxis läßt sich keine neue Verhaltensweise, keine veränderte innere Haltung etablieren. Wenn wir beispielsweise Paare trainieren, ihre Kommunikation miteinander zu verbessern, bekommen sie eine Anleitung an die Hand, wie sie ihre Übungspraxis zuhause fortsetzen können. Es ist selbsterklärend, dass sich insbesondere bei denjenigen nachhaltig etwas zum Guten wendet, wo das Üben auch stattfindet.

Kontinuierliche und andauernde Praxis führen zu stabilen Ergebnissen. Oder, mit den Worten des Kommunikationstrainers Charles Berner: »Wirklicher Fortschritt ist langsam, stetig und schrecklich. Es gibt wenig Lichtblicke, keine dramatische Handlung. Wahrer Fortschritt ist das Ergebnis stetigen Tag-für-Tag-Wachstums in der Fähigkeit, bewusst zu sein, zu lieben, zu kommunizieren, ehrlich zu sein und Menschen gut zu behandeln.«

Jeder Sportler weiß, dass nur eine permanente Anstrengung an der jeweiligen Leistungsgrenze die eigenen Fähigkeiten erweitert. Wo sind Ihre Leistungsgrenzen in der Fähigkeit bewusst zu sein, zu kommunizieren und Menschen gut zu behandeln? Welche möchten Sie entwickeln? Welches Übungsprogramm setzen Sie für sich auf? Verwenden Sie gerne die Kommentarfunktion, um Ihre Gedanken hier mit anderen zu teilen. Es könnte sein, dass Ihr Beitrag ein wichtiger Impuls für jemand anderen ist…

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