Timing ist alles – Sechs Schritte zum Erfolg

Von Henning Matthaei Twitter | Facebook

Regelmäßig zum Jahresende nehmen sich viele Menschen große Dinge für das neue Jahr vor. Manches davon gelingt, vieles wird vergessen. Das liegt nicht nur daran, daß der Alkoholkonsum zu Silvester recht groß ist und die guten Vorsätze auf diese Weise schnell vergessen sind. Es gibt zwei Dinge die bei guten Vorsätzen von den meisten Menschen nicht beachtet werden. Eine klare Zieldefinition und ein gutes Timing.

Wirkungsvoll definierte Ziele enthalten ein eindeutig beschriebenes, meßbares Ergebnis. Es gibt einen festen Zeitpunkt, zu dem dieses Ergebnis erreicht sein soll. Die Ziele sind positiv formuliert, anspruchsvoll und dennoch erreichbar.

Schwieriger ist es mit dem richtigen Timing. Normalerweise betrachten wir Timing vor allem von außen her. Sind die Umstände günstig? Stehen mir die notwendigen Ressourcen zur Verfügung? Ist der Zeitpunkt günstig, um Andere in mein Projekt mit einzubeziehen? Weniger Rücksicht wird zumeist auf das persönliche, das innere Timing genommen.

Gutes persönliches Timing ist wie Paternoster fahren. Der Paternoster ist ständig in Bewegung, so wie das Leben selbst. Der geübte Paternoster-Fahrer kennt genau den richtigen Moment für den Absprung. Er weiß, wann er sich entspannen kann, weil er sich zwischen zwei Etagen befindet. Und er erkennt den Moment, in dem ihn ein kleiner Schritt ohne Anstrengung in das richtige Stockwerk befördert.

Was können wir vom Paternoster-Fahrer lernen, um im richtigen Moment das Richtige zu tun? Das erste was den Paternoster-Fahrer auszeichnet, ist eine klare Intention. Er weiß, wo er hin will und in welchem Stockwerk er dafür aussteigen muß. Die zweite Qualität ist die Wachsamkeit, wenn der Zeitpunkt des Absprungs naht. Und schließlich braucht er Mut für den Sprung, der ihn aus der vertikalen in die horizontale Bewegungsrichtung bringt.

Übersetzt in das Alltagsleben bedeutet das, daß gutes Timing nur funktioniert, wenn man weiß, wohin man möchte. Wer einfach so vor sich hin lebt, hat mitunter das diffuse Gefühl, irgendwie etwas Wichtiges verpasst zu haben. Und er hat nicht einmal bemerkt, wann sich eigentlich die Chance dazu geboten hätte. Wer dagegen weiß, welche Ziele er verfolgt, erkennt auch die Möglichkeiten. Es ergeht ihm wie der schwangeren Frau, die plötzlich rundum dicke Bäuche sieht.

Wer sich für ein Ziel entschieden hat, hat sich noch nicht für die Handlung entschieden. Die guten Vorsätze bleiben gute Vorsätze, wenn ihnen keine Taten folgen. Eine der häufigsten Bremsen bei der Umsetzung von Zielen sind negative Glaubenssätze, ich nenne sie Kraftfresser. Ein Kraftfresser besteht aus Zweifeln am Ziel, an mir selbst oder an meiner Umgebung. Jede Persönlichkeit hat dabei ihre Vorlieben, wie sie sich von ihrem Ziel abbringt.

Kraftfresser arbeiten gerne im Untergrund. Ohne erst ins Bewusstsein zu dringen verhindern sie, daß eine Veränderung eintritt. Dies entspricht in unserem Beispiel Überlegungen, ob dieser Behördengang wirklich wichtig ist, ob ich mich im Stockwerk geirrt habe oder warum dieses Haus keinen vernünftigen Fahrstuhl hat. Während ich darüber nachdenke, verpasse ich den richtigen Moment für den Absprung.

Im richtigen Moment brauche ich auch den notwendigen Mut. Das ist vergleichbar mit dem Paternoster-Fahrer, der zwar gerne aus der vertikalen Bewegung eine horizontale machen möchte, aber befürchtet zu stolpern und hinzufallen. Sein Unterbewusstes warnt ihn permanent davor, einen Schritt ins Unbekannte zu machen. So verpasst er seine Gelegenheit und muß eine Extrarunde fahren.

Verpaßte Gelegenheiten sind entweder als Lernstoff oder als Ausrede verwendbar. Ich kann entweder eine verpaßte Chance analysieren und daraus lernen, was ich anders machen könnte. Oder ich kann sie bei der nächsten Gelegenheit einsetzen, um mich zu rechtfertigen, warum ich eine entsprechende Aufgabe gar nicht erst anpacke, denn meine Erfahrung zeigt ja, daß es nicht geht.

Hier ist unser Sechs-Punkte-Plan für richtiges Timing.

Ob es darum geht, den Job zu wechseln, mit der neuen Liebe eine gemeinsame Wohnung zu beziehen oder sich von alten Gewohnheiten zu trennen… Mit den folgenden Fragen können Sie sich vorbereiten im richtigen Moment das Richtige zu tun:

  1. Was ist mein Ziel, meine Absicht, meine Intention? Worauf will ich hinaus? Welches Ergebnis möchte ich erreichen? Beschreiben Sie klar und eindeutig, wann Sie was erreicht haben wollen.
  2. Wie fühlt sich das Erreichen meines Ziels an? Welches Lebensgefühl entsteht? Träumen Sie sich in Ihre Zukunft. Lassen Sie ein Bild entstehen und stellen Sie sich mitten hinein. Beobachten Sie Ihre geistigen und körperlichen Reaktionen und schreiben Sie sie auf.
  3. Welche langfristigen Folgen erwarte ich in meinem Leben, wenn ich dieses Ziel erreiche? Wo stehe ich in einem Jahr, in drei, in fünf Jahren?
  4. Welche Kraftfresser tauchen auf, während ich mir meine Zukunft ausmale? Machen Sie eine Liste. Schreiben Sie alle selbsteinschränkenden und selbstbehindernden Gedanken auf, die in Ihrem Geist auftauchen. Haben Sie keine Angst davor, sie leben ohnehin schon lange in Ihrem Kopf und treiben dort unerkannt ihr Unwesen.
  5. Wie fühlt es sich an, wenn ich auf meine Kraftfresserliste schauen? Welche Gefühle und Gedanken tauchen in mir auf? Beobachten Sie, was mit Ihrer Energie und Ihrer Laune geschieht.
  6. Welche langfristigen Folgen erwarte ich in meinem Leben, wenn ich meine Kraftfresser aufrecht erhalte? Schreiben Sie auf, wie Ihr Leben in einem Jahr, oder in drei oder fünf Jahren aussieht, wenn Sie sich weiter von Ihrem Kraftfressern steuern lassen.

Und so lösen Sie die Kraftfresser auf.

  1. Machen Sie sich klar, welche Folgen es für Sie hat, wenn Sie an diesemGedanken festhalten.
  2. Überlegen Sie, wie Ihr Leben aussähe, wenn Sie diesen Gedanken gar nicht denken könnten.
  3. Schreiben Sie sich mehrere mögliche Umkehrungen des Kraftfressers auf.

Ohne Kraftfresser ist das Leben leichter, Kraft und Vertrauen wachsen. Kraftfresser und selbsteinschränkende Gedanken sind gelernter Stoff, der in vielen Menschen über Jahrzehnte ungehindert agieren darf. Übernehmen Sie die Regie wieder selbst und kommen Sie Ihren kraftfressenden Selbstbotschaften auf die Spur.

Das persönliche Timing funktioniert umso besser, je mehr man sich seiner einschränkenden Gedanken entledigt. Wenn Sie wissen, was Sie selbst brauchen und wollen und sich nicht mehr durch gelernte Gedanken aus Kindheit und Schulzeit begrenzen, dann können Sie Entscheidungen schneller treffen. Sie haben den Kopf frei, um Gelegenheiten beim Schopf zu packen. Wenn Sie bei der Auflösung Ihrer Kraftfresser Unterstützung brauchen, rufen Sie uns an.

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