In dem Film „Die Akte Serrano“ spielt Klaus Kinski einen windigen russischen (Mafia-)Unternehmer. Einer der Sätze, die mir besonders gefielen (ich bin bekennender Kinski-Fan):

Wir haben keine Freunde mehr,
wir haben Partner.
Wir haben keine Feinde mehr,
wir haben Kunden.

Selten ist die Krise der Menschlichkeit besser zusammengefasst worden. An genau dieser Krankheit leiden Zig-Tausende. Wir opfern Partnerschaften und Familien für das Funktionieren in einer Welt des Kaufens und Verkaufens.

Einer Studie der Unternehmensberatung Neumann International zufolge spielen flexible Arbeitszeiten nur für Führungskräfte in der Familiengründungsphase eine Rolle:

Arbeitszeit und Reisetätigkeit haben je nach den persönlichen Lebensumständen eine unterschiedlich hohe Priorität. Besonders hoch ist die Bedeutung dieser Faktoren bei verheirateten Mitarbeitern zwischen 25 und 40 Jahren, also in der Phase der Familiengründung. Familienplanung und Kinder sind für diese Mitarbeitergruppe wichtiger als ihre Karriere.

Nach dem Ende dieses Lebensabschnitts wird das Thema Arbeitszeit weniger bedeutsam.
Für Führungskräfte spielt die Arbeitszeit bei der Wahl eines neuen Arbeitsplatzes überhaupt keine Rolle mehr. „Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Work-Life-Balance im Grunde nur für Mitarbeiter in der Phase der Familiengründung ein wichtiges Thema ist“, sagt Pramböck.

Quelle: Was Mitarbeiter von ihrem nächsten Karriereschritt erwarten – pressetext.deutschland

Bei solchen Umfrageergebnissen wird mir klar, warum so viele Führungskräfte unter Beziehungsproblemen leiden. Ich stelle die Ergebnisse der Umfrage nicht in Frage, jedoch muss auch klar gesehen werden, dass die Entscheidungen in Bezug auf die Karriere- und Lebensplanung nicht unabhängig vom Klima auf dem Arbeitsmarkt sind. Es gibt sozusagen eine kollektive Blindheit gegenüber persönlichen Bedürfnissen.

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