Vor einiger Zeit habe ich den Artikel „Die 7 häufigsten Kommunikationsfehler“ geschrieben. Diese Reihe geht auf jeden einzelnen Fehler detaillierter ein.

Bisher haben wir folgende Kommunikationsfehler gründlicher untersucht:

  1. Man versteht sich selbst nicht richtig und kann daher keine klare Mitteilung machen.
  2. Die automatische Antwortmaschine im Kopf beginnt Antworten zu produzieren, bevor eine Botschaft vollständig verstanden wurde.
  3. Man ist zwar irgendwie da, hört aber nicht richtig hin und reagiert dann bloß auf den letzten Teil einer Aussage.


Können Sie erkennen, ob Sie verstanden wurden? Der vierte bedeutende Fehler, der sich häufig in die Kommunikation zwischen zwei Partnern einschleicht, ist das Versäumnis zu überprüfen, ob unser Gegenüber wirklich verstanden hat. Und sobald ein Partner den anderen einmal nicht versteht, wird der Rest des Gesprächs von einer Atmosphäre des Nicht-Verstehens geprägt, weil in beiden Hinterköpfen die Suche nach dem gerissenen Faden im Gange ist. Eine kleine Lücke in der Kommunikation reicht schon aus, damit das Gegenüber einen Gedanken nicht versteht.
Für diese Kommunikationslücken gibt es unterschiedliche Gründe:
Irritation
– Ein falsch oder nicht verstandenes Wort, ein Bezug auf einen unbekannten Zusammenhang und schon steigt das Gegenüber aus.
Akustik – Geräusche aus der Umgebung, schlechtes Gehör oder ein Raum, der hallt, können dazu führen, dass der Gedanke nicht verstanden wird.
Bequemlichkeit – Wir werfen ein paar Brocken in die Mitte und hoffen, dass sich der andere die Mühe macht, diese aufzuheben.

Welcher Grund es auch immer ist, oft wird aus falscher Höflichkeit geschwiegen. Statt dass der zuhörende Partner nachfragt, tut er so, als ob er alles mitbekommen hat, und macht weiter ein interessiertes Gesicht. Dabei ist er in diesem Fall für weitere Mitteilungen überhaupt nicht mehr empfänglich, weil sein Geist damit beschäftigt ist, das Missverständnis aufzulösen.

Vermeiden Sie Missverständnisse von vornherein. Einen erheblichen Schritt in Richtung besserer Verständigung kann man machen, indem man mit Blicken überprüft, ob der Zuhörende versteht. Mit ein bisschen Übung reicht ein kurzer Blick und Sie wissen, ob Ihr Gegenüber noch folgen kann. Wenn das nicht der Fall ist, oder wenn Sie sich nicht sicher sein sollten, ob Sie verstanden wurden, reicht meist eine kurze Nachfrage.

Manchmal wird es als Angriff verstanden, wenn man seinen Gesprächspartner fragt, ob er verstanden hat. Wenn Sie das befürchten ist es eine Alternative, dass Sie einfach eine längere Pause machen und damit den Platz für eine Gegenfrage schaffen. Oder probieren Sie aus, welche Art von Nachfrage gut ankommt, welcher Tonfall am wenigsten Mißstimmung hervorruft. Das Wichtigste ist jedenfalls, dass Sie selbst die Verantwortung dafür übernehmen, dass Ihr Gedanke wirklich bei Ihrer Partnerin/Ihrem Partner ankommt.

Liefern Sie Ihre Gedanken vollständig aus. Ein Briefträger bringt weder Umschlag und Inhalt getrennt, noch legt er den Brief mal auf die Gartenbank und mal auf den Fussweg. Er weiss genau, dass der ganze Brief in den Briefkasten gehört. Kommt er dort nicht an, ist es klar, wer dafür verantwortlich ist. Nehmen Sie Ihre eigene Kommunikation genauso ernst. Wenn Sie auf diese Weise kommunizieren, werden Sie schneller und besser verstanden. Sie wissen genau, welche Botschaft in welcher Verpackung Sie welchem Adressaten zukommen lassen wollen. Und egal ob es stürmt oder schneit – Ihre Post kommt an.

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